Gemeindewettbewerb „Unsere Reise nach Jerusalem“

Die Taufstelle Jesu und der Ruf des Muezzins

Eine Teilnehmerin lässt sich treiben

Eine Teilnehmerin lässt sich treiben

Die Reisegruppe um den Württembergischen Christusbund hat sich am Samstag, 07.02.2015 ins Westjordanland und zur Taufstelle Jesu aufgemacht. Sonntags stand Baden im Toten Meer auf dem Plan und eine kleine morgendliche Überraschung.

Am Morgen des Samstags besuchte die Gewinnergruppe des Kreativ-Wettbewerbs „Unsere Reise nach Jerusalem“ die Stadt Nazareth. In der orthodoxen Gabrielskirche hielten die ansässigen Christen gerade ihren Gottesdienst. Die Reisenden lauschten der Liturgie auf Arabisch. Von der Kirche liefen sie durch Nazareth, das als größte arabische Stadt in Israel gilt, vorbei an Tischler-Werkstätten über den Basar, auf dem die Händler saftige Mandarinen, Organen und Granatäpfel anboten. Anschließend besuchte die Reisegruppe die zweistöckige Verkündigungskirche. Das ist der Ort, an dem der Engel Maria die Geburt Jesu verhießen haben soll.

Von Nazareth fuhr die Gruppe mit ihrem Reisebus durch das Jordantal. Über einen Checkpoint gelangten sie ins Westjordanland. Bei der Einreise ins Westjordanland gab es – wie üblich – keine Kontrolle.

Die Landschaft wandelt sich nach und nach. Die Reisenden kamen vorbei an Dattelplantagen, Schafen auf der Weide und gelangten schließlich in die Wüste. In der Nähe von Jericho besuchten sie die traditionelle Taufstelle Jesu direkt am Jordan. Auf der gegenüberliegenden Seite des Jordans, der an der Stelle nur wenige Meter breit ist, liegt bereits Jordanien. Am anderen Ufer steht ein jordanischer Soldat und bewacht den Grenzfluss. Während die schwäbische Reisegruppe die Taufstelle besuchte, hielten sich auch griechisch-orthodoxe Christen aus Rumänien an der Stätte auf. In einer Zeremonie tauchen sie im Jordan unter und ließen sich von ihrem Priester einen Segen zusprechen. Zur selben Zeit hielt die deutsche Reisegruppe eine Andacht am Jordan.

Die Gemeinde hält Andacht an der Taufstelle Jesu

Die Gemeinde hält Andacht an der Taufstelle Jesu

Griechisch-orthodoxe Christen aus Rumänien bei einer Zeremonie im Jordan an der traditionellen Taufstelle Jesu

Griechisch-orthodoxe Christen aus Rumänien bei einer Zeremonie im Jordan

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich besuchte die Deutschen den Ruinenhügel „Tell es-Sultan“ in Jericho. Archäologen untersuchen an der Stätte die Anfänge der Urbanisierung, Funde reichen laut UNESCO bis ins 10. Jahrtausend vor Christus zurück. „Tell es-Sultan“ gilt als „älteste Stadt der Welt“. Nach dem Besuch ging es für eine Nacht ins Hotel in Jericho.

Sonntag früh um 5 Uhr trägt der Wind den Ruf des Muezzins einer nahegelegenen Moschee über das Gelände des Hotels. Einige Reisende wachten wegen des ungewohnten Geräuschs noch vor ihrem Wecker auf.

Am Morgen fuhren sie mit dem Reisebus entlang des Toten Meeres nach Masada, der imposanten Felsenfestung von Herodes. Sie ragt im gleichnamigen Nationalpark auf einem Berg empor. Seit 2001 ist das archäologische Ausgrabungsgelände auf der Liste des Weltkulturerbes. Um auf den Berg zu gelangen, nahmen die jüngeren Reiseteilnehmer den sogenannten Schlangenpfad, der sich die Erhebung hochschlängelt. Der Rest der Gruppe fuhr mit der Seilbahn. Auf dem Gipfel bestaunten die Touristen die Paläste, Vorratshäuser, Badeanlagen und Zisternen. Der nächste Stopp war das im Westjordanland gelegene Qumran. In den dortigen Höhlen wurden die bekannten Schriftrollen vom Toten Meer entdeckt.

Von Qumran ging es zum obligatorischen Programmpunkt der Touristen, die Israel und die palästinensischen Gebiete besuchen: Baden im Toten Meer. In Badehose und Bikini bahnten sich die Urlauber am Kalia-Strand ihren Weg ins Wasser. Die ersten Schritte ins Tote Meer waren aufgrund des rutschigen Schlammes teils wackelig, teils sanken die Urlauber am Ufer ein wenig ein. Als sie es ins Wasser geschafft hatten, genossen Jung und Alt auf dem Rücken liegend, vom Wasser getragen zu werden. Trotz Februar war das Wasser angenehme 23 bis 24 Grad warm. Nach dem Baden gab es noch natürliche Wellness: Die Reisenden schmierten sich mit dem Schlamm aus dem Toten Meer ein und ließen die Mineralien in der Sonne einwirken. Der Badebesuch galt für die meisten der Reisenden als Höhepunkt des vierten Reisetages.

Die Jugendlichen der Gruppen entspannen im Toten Meer

Die Jugendlichen der Gruppen entspannen im Toten Meer

Bestimmt gesund: Totes-Meer-Schlamm-Packung

Bestimmt gesund: Totes-Meer-Schlamm-Packung

 

 

 

 

 

 

Hintergrund: In einem Kreativ-Wettbewerb des Israelischen Verkehrsbüros setzte sich die Landeskirchliche Gemeinschaft Stetten in Baden-Württemberg gegen 650 Konkurrenten durch. Damit gewann sie eine einwöchige Reise für 20 Personen nach Israel. Am Donnerstag startete der von „Biblische Reisen“ organisierte Trip. Lesen Sie hier die Eindrücke der ersten Reisetage.

Text und Fotos: Martina Schubert, Fotos Totes Meer: Dorothea Schlegel