Malta: Paulusinsel zwischen Europa und Afrika

Honigfarbene Sandsteinbauten, bunt gestrichene Eingangstüren, azurblaues Meer und eine jahrtausende alte Geschichte: Der kleine Inselstaat Malta war das Ziel unserer einwöchigen Studienreise während der Corona-Pandemie.

Bedauerlicherweise war die Reise für 7 Teilnehmer schon beendet, bevor es losging. Sie
mussten sich kurz vor Abreise auf behördliche Anweisung in Quarantäne begeben. Übrig blieb eine 16-köpfige Gruppe, die im Morgengrauen des 25. Oktober 21 per Bus zum Flughafen Hannover aufbrach. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Frankfurt landeten wir am frühen Abend in Malta und bezogen mit einem herzlichen „Merhba“ (Willkommen) unser Hotel mit Blick auf die Paulusbucht, dem Ort des traditionellen Schiffbruchs des Apostels Paulus.

Unsere örtliche Reiseführerin war Sabine, eine stets gut gelaunte Deutsche, die bereits seit
27 Jahren in Malta lebt. Sie versorgte uns bei allen Besichtigungen mit dem nötigen
geschichtlichen Hintergrundwissen. Pflanzenkunde, sowie Informatives zur Lebensweise,
Politik und Geschichte der Malteser wurde genauso behandelt wie Klatsch und Tratsch aus
Hollywood. Zahlreiche lustige Anekdoten aus dem maltesischen Alltag lockerten ihren Vortrag auf und sorgten immer wieder für Heiterkeit.

Im Hafen von Valletta

Im Hafen von Valletta

Während unseres Aufenthalts lernten wir die stolze 7.000-jährige Siedlungsgeschichte Maltas kennen und wurden teilweise bis zurück in die Frühgeschichte entführt. Malta wurde wiederholt durch zahlreiche Völker eingenommen und so in Sprache und Architektur geprägt. Wir besichtigten megalithische Steinzeittempel und die Altstadt von Valletta (beides UNESCO Weltkulturerbe), durchstreiften mittelalterliche Festungen und statteten der eher ländlichen Insel Gozo einen Besuch ab.

St. Johns Co-Kathedrale Valletta

St. Johns Co-Kathedrale Valletta

Der Tag in Valletta hat mir persönlich mit am besten gefallen. Sabine führte uns hier u.a. auf die Upper Barrakka Gardens, dem höchsten Punkt der  Stadtbefestigung, von wo aus man einen überwältigenden Panoramablick über den Grand Harbour hat. Ebenfalls in Valletta besichtigten wir die St. John’s Co-Kathedrale, die wohl prachtvollste Kirche Maltas. Der Innenraum ist golden und überaus prunkvoll dekoriert mit unzähligen geschnitzten Ornamenten. Die hohen Decken zieren faszinierende Malereien, die aus dem Leben von Johannes dem Täufer erzählen. Der komplette Boden besteht aus kunstvollen und bunten Marmor-Grabplatten von Tempelrittern, und im Oratorium befindet sich das berühmte Altarbild Caravaggios „Die Enthauptung Johannes des Täufers“, dessen gigantische Ausmaße einen zutiefst beeindrucken.

Hauseingang in Mdina

Hauseingang in Mdina

Wunderschön fand ich auch unseren Gang durch die museal wirkende Stadt Mdina, die komplett unter Denkmalschutz steht. Zum leider grauen Wetter bildeten die bunt gestrichenen Haustüren einen fröhlichen Kontrast. Sie waren uns schon in Valletta aufgefallen und sollten uns auch in den nächsten Tagen noch oft begegnen.

 

 

 

Ein Höhepunkt für alle war unser Besuch in der Wallfahrtskirche Ta Pinu auf Gozo. Diese
wurde nach einer Marienerscheinung in der damaligen Kapelle gebaut. Im Altarraum ist in
Teilen die ursprüngliche Kapelle mit dem Gnadenbild erhalten, das die Aufnahme Marias in
den Himmel zeigt. Minutenlang betrachteten wir andächtig das Bild und feierten dort
anschließend mit Pastor Jan Lukaszczyk aus Bielefeld einen Gottesdienst.

Nach einer Woche hieß es leider „Sahha“ – auf Wiedersehen! Eine eindrucksvolle Reise ging zu Ende, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Neben der kulturellen Vielfalt, die das kleine Malta zu bieten hat, war für mich vor allem die Reise mit einer mir völlig fremden Gruppe eine bereichernde Erfahrung. Sowohl die Herzlichkeit und Geschichten eines jeden, als auch zu erleben, wie tief einige in ihrem Glauben verwurzelt sind, lassen mich noch heute ganz oft an die schöne Zeit in Malta zurückdenken.

Bericht zur Maltareise vom 25.10.-01.11.2021, Verfasserin Andrea Lorenzmeier

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