Ab in den Süden! Eine Erkundungsreise im Dezember.

Eine Erkundungstour mit MS Hamburg nach Mallorca, Málaga, Gibraltar und Tanger

Abflug ab Stuttgart bei kuscheligen 3°C nach Palma de Mallorca. Toller Landeanflug bei strahlendem Sonnenschein und raus aus dem Flieger bei 16°C – gefühlten 25°C !

Hotel Las Arenas, Palma de Mallorca

Hotel Las Arenas, Palma de Mallorca

Nachdem ich zusammen mit unserem örtlichen Partner Jean R. unser Vertragshotel Las Arenas in C’an Pastilla ausgiebig besichtigt habe (nur etwa 20% der mallorquinischen Hotels haben im Winter geöffnet), Fahrt zum berühmt berüchtigten „Ballermann“ – da wollte ich doch immer schon mal hin….! Aber: erstens ist es ein wesentlich kleinerer Abschnitt an der Playa de Palma als man denkt, zweitens ist jetzt Anfang Dezember und tagsüber nichts los, und drittens ist laut Jean sowieso alles nicht mehr so wild wir früher…. Wichtig für unsere Gäste (und für diese bin ich unterwegs) ist allerdings, dass unser Hotel zwar am Beginn der wunderschönen Playa de Palma  liegt, aber weit genug weg von der Schinkenstraße und auch nicht von Fluglärm belästigt wird – was man bei einem Blick in Google Maps meinen möchte…! Dafür kann man vom Hotel auf der direkt davor verlaufenden Uferpromenade bis Arenal oder sogar nach Palma laufen (oder mit dem Fahrrad fahren).

Hotelbeurteilung: Offiziell 4 Sterne, aber eher 3 Sterne plus nach meiner persönlichen Wertung (und ich kenne viele Hotels!). Sehr gut für unsere Gruppen geeignet, richtige Größe, super Lage, fast alle Zimmer mit seitlichem Meerblick, für alle Ausflüge strategisch gut geeignet – und preislich akzeptabel. Sehr kleiner Pool, aber dies ist für unsere Studienreisen sowieso unerheblich. Wer möchte, kann den großen Spabereich des nahen Schwesterhotels nutzen. Hotel etwas älter aber gepflegt, alle Mahlzeiten in Buffetform. Bäder klein, aber ok, Badewanne mit Vorhang, Zimmergröße guter Durchschnitt, Steinfußböden, Klimaanlage mit Heizfunktion; Zimmer haben zumeist Betten mit zwei Matratzen – was für unsere Gäste sehr wichtig ist. Man spricht (auch) deutsch….

Danach lecker Tapas-Essen in der wunderschönen Altstadt von Palma – ganz in der Nähe der eindrucksvollen Kathedrale, die man unbedingt besuchen muss!

Einschiffung auf MS Hamburg (mit der wir die meisten unserer Studien-Seekreuzfahrten durchführen) um 17.00 Uhr, da um 18.00 Uhr die Abfahrt geplant ist. Da man wie am Flughafen durch eine Abfertigungshalle geht und über einen Steg direkt ins Schiff, kann ich keine Außenaufnahmen von diesem schönen, relativ kleinen Schiff machen. Zum Glück ist meine Einschiffung avisiert, so dass ich die (notwendige) Sicherheitskontrolle passieren darf, meine Kabinenkarte an der Rezeption abhole und dann endlich meine Kabine für die nächsten vier Nächte beziehen kann.

Eine Seefahrt, die ist lustig!

Auf dem Sonnendeck erleben wir die abendliche Ausfahrt aus dem Hafen mit schönem Blick zurück auf die Kathedrale. Wie im Süden üblich, wird es blitzschnell dunkel – und kalt. Deshalb ab ins Restaurant an den vorreservierten Tisch und die Qual der Wahl der Wahl genießen – schon jetzt wird mir klar, dass ich meine guten Vorsätze über den Haufen werfen werde! Ohne Zusatzkilos werde ich nicht von Bord gehen können…

Meine vorsorglich mitgenommenen Turnschuhe bleiben im Koffer, obwohl es einen kleinen Fitnessraum (mit „seaview“) gibt! Irgendwie gibt es am folgenden Seetag und den weiteren Tagen an Bord immer etwas anderes zu tun…: dem Vortragsprogramm lauschen, abends (theoretisch) das Tanzbein schwingen, essen, trinken. Und, da ich ja nicht zum Vergnügen an Bord bin: Besprechungen, Manöverkritik, Kabinenbesichtigungen, Besuch auf der Brücke und „shake hands“ mit unserem portugiesischen Kapitän (der immer absolut pünktlich ablegt und ankommt), und Besuch der Küche, einem Heiligtum, das Passagiere in der Regel nicht zu Gesicht bekommen – absolut beeindruckend, wie so viele Speisen auf solch einem kleinen Raum pünktlich und wohlschmeckend zubereitet werden können! Mein Respekt vor der logistischen Meisterleistung der Küchen- und Restaurant-Crew …!

Mit nur 200 Kabinen und maximal 400 Passagieren ist die Hamburg heutzutage ein kleines Schiff – und genau richtig für unsere Kreuzfahrten! Aufgrund der geringen Abmessungen liegen wir in den Häfen zumeist recht zentral – oder können sogar dort anlegen, wo die Riesendampfer mit 1000 und mehr Kabinen gar nicht mehr hinkommen. Und man benötigt auch keinen Kompass, um seine Kabine zu finden, spätestens am zweiten Tag kennt man die Wege und Örtlichkeiten!

MS Hamburg, Fitnessraum

MS Hamburg, Fitnessraum

MS Hamburg, Sonnendeck und Pool

MS Hamburg, Sonnendeck und Pool

In der Alhambra

Am Samstag liegt das Schiff den ganzen Tag im Hafen von Málaga, so dass ich die Chance nutze, nach langer Zeit mal wieder die Alhambra in Granada zu besuchen! Auch hier haben wir natürlich eine Partneragentur, deren „jefe“ mich gern nach Granada bringt, wo wir dann zusammen mit einem der lokalen guides, die sonst auch unsere Gruppen führen, geschlagene 3  Stunden durch die Alhambra mit dem Generalife, Gärten und Palästen laufen, ohne dass es auch nur einen Moment langweilig wird – ein absolutes Muss! Und nur mit Vorreservierung in einem festgelegten Zeitfenster möglich – für Gruppen sowieso….

Granada, Alhambra

Granada, Alhambra

Granada, Löwenbrunnen

Granada, Löwenbrunnen

 

 

 

 

 

 

Anschließend natürlich Hotel- und Restaurant-Check – bin ja, ich sagte es schon, nicht zum Vergnügen hier…! Nach dem obligatorischen Tapas-Essen um 22.00 Uhr wieder zurück aufs Schiff, das gleich darauf ablegt und über Nacht Richtung Afrika fährt.

Gibraltar – Meerenge zwischen Europa und Afrika

Obwohl mich meine Dienstreisen und sogar ein Urlaub schon oft nach Andalusien geführt haben, war ich noch nie auf diesem Fleckchen Erde, dessen Einwohner stolz darauf sind, zum United Kingdom zu gehören – ganz selbstverständlich spricht man hier englisch und geht ins Pub – fährt aber gleichzeitig auf der für uns ‚richtigen‘ Straßenseite!

Gibraltar, Affe

Gibraltar, Affe

Mit Minibussen fährt man direkt vom Hafen aus bis hoch zu den berühmten Affenfelsen und besucht dort auch eine Tropfsteinhöhle sowie eine kleinen Teil der in den Fels geschlagenen Verteidigungsanlagen. Kostet pro Person € 28, aufgerundet für den netten Driver € 30… Es lohnt sich aber, auch wenn einem die frechen Affen irgendwann „nerven“: Sollte man den Fehler machen, etwas Essbares in der Hand zu halten, kann es schon passieren, dass einem nicht nur der Schalk, sondern ein Berberaffe im Nacken sitzt!

Aber die Affen gehören nun mal zu Gibraltar – und ein Sprichwort sagt, dass Gibraltar dann an Spanien zurückfällt, wenn der letzte Affe verschwunden ist. Deshalb wird immer für Essensnachschub gesorgt – denn natürlich ist England den Einwohnern Gibraltars näher als Spanien! Die langen Autoschlangen am Grenzübergang zeigen uns deutlich, dass das Verhältnis zwischen Spanien und Großbritannien derzeit etwas angespannt ist. Dass die Spanier gern in Gibraltar tanken, da es hier wesentlich günstiger ist, sei nur am Rande erwähnt. Interessant ist auch, dass die Hauptverbindungsstraße quer über die Rollbahn des Flughafens führt – ein einmaliges Erlebnis! Bei nur acht Linienflügen am Tag reicht es aber aus, einfach die Schranken zu schließen und Starts oder Landungen abzuwarten. Sobald die Rollbahn freigegeben ist, rollt der Verkehr wieder.

Nach dem nur vierstündigen Aufenthalt legt das Schiff schon wieder ab und kreuzt bei schönstem Wetter die vielbefahrene Straße von Gibraltar, um nach knapp vier Stunden in Tanger/Marokko anzulegen.

Tanger – das Tor zu Nordafrika

Andere Kontinente – andere Sitten…! Erst heißt es „Uhren eine Stunde zurück“, und dann auch noch „Sorry, die Busse für den Ausflug können neuerdings nicht bis vor das Schiff fahren, sondern warten weiter vorn.“ Was bedeutet, dass wir mindestens 300 Meter! zu Fuß zurücklegen müssen. Und das mit dem jetzt schon gefühlten 2 Kilo Übergewicht nach der Vollpension an Bord! Aber das ist ja nun wirklich nicht schlimm. Aber der Ausflug zu den Grotten des Herkules, zum Leuchtturm von Spartel und der abschließende „Gang“ (im Schweinsgalopp) durch die Medina von Tanger (mit obligatorischem Besuch einer „Apotheke“ mit dem Verkauf von Ingredienzen aller Art) ….?

Tanger, Hafen und Stadt

Tanger, Hafen und Stadt

Tanger, Spartel Leuchtturm

Tanger, Spartel Leuchtturm

 

 

 

 

 

 

Naja, Schwamm drüber! Jetzt weiß ich wenigstens wieder einmal zu schätzen, dass wir die Ausflüge unserer Kreuzfahrten selbst organisieren oder zumindest ein Wörtchen beim Programm mitzureden haben. Auch eine wertvolle Erfahrung, denn ich bin ja – sagte ich es schon? – nicht zum Vergnügen hier!

MS Hamburg in Tanger, abends

MS Hamburg in Tanger, abends

Es dämmert schon, als wir endlich wieder unser schwimmendes Zuhause betreten. Kaum sind wir an Bord, legt das Schiff schon wieder Richtung Casablanca ab – wo ich es am nächsten Morgen verlasse und meine spannende Heimreise antrete (stundenlange Ein- und Ausreiseformalitäten, da ich ja „außer der Reihe“ abreise; ein Taxifahrer, der sich für Sebastian Vettel hält; ein altersschwaches Taxi, das auf halber Strecke zum Flughafen mit Motorschaden liegen bleibt – würde für einen eigenen Blog reichen, aber das lasse ich dieses Mal sein….).

Kategorie Reiseziele

Stellvertretender Geschäftsführer und im Rahmen seiner Bereichsleitung für Europa und Kreuzfahrten ab und zu irgendwo zwischen Island und Malta sowie zwischen Irland und Zypern anzutreffen, um Hotels und Schiffe zu überprüfen, Verhandlungen zu führen und Verträge abzuschließen. Bloggt eigentlich nicht so gern, nur bei längeren Wartezeiten oder Zugfahrten…

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