Auf den Spuren des heiligen Paulus in Griechenland

Auf den Spuren des hl. Paulus
Auf den Spuren des hl. Paulus

51 Pilgerinnen und Pilger in Griechenland: Auf den Spuren des hl. Paulus

„Damit hätte ich nicht gerechnet!“
Wann beginnt eine Reise? Wohl in dem Moment, in dem ich mich entschließe, sie zu machen.
Und wann endet eine Reise? Wohl nie! Denn nach der Rückkehr in die Heimat beginnt der lebenslange Prozess der dankbaren Erinnerung an unverwechselbare Lebensmomente, die einzigartig sind: Bilder, Begegnungen, inneres Berührt sein von Orten, Landschaften und Worten. Weiterlesen

„Groß und einzigartig“ – eine Reise ins Heilige Land

"Groß und einzigartig" - Erfahrungen im Heiligen Land mit Pilgerpastor Bernd Lohse

28 Pilgernde im Heiligen Land

Erstmalig hat das Pilgerzentrum im Norden St. Jacobi Hamburg eine Pilgerreise ins Heilige Land durchgeführt. Die täglichen Wanderungen in der Landschaft Galiläas und der Wüste Judäas bis nach Jerusalem folgten den Spuren Jesu. Unter der geistlichen Leitung von Bernd Lohse waren 28 Pilgernde für elf Tage im Heiligen Land unterwegs und die Erfahrungen, die sie machten, waren „groß und einzigartig“.

Von Nazareth ging die Gruppe, eingerahmt von Andachten und geistlichen Impulsen, Stillezeiten und Information zu den bemerkenswerten Orten, von Nazareth nach Zippori (Sephoris), Kana, Kibbuz Lavi, Taubental, Berg Arbel nach Kafar Nahum. Am See Genezareth hielt sich die Gruppe zwei Tage auf, bevor sie den Jordangraben entlang in die Wüste Juda reiste. Besuche an der Taufstelle Jesu, am Toten Meer und in En Gedi brachte die Pilgernden mit der Wachstums-und Werdelandschaft der Wüste in Kontakt. Über Wanderungen auf dem Zuckerweg und durch das Wadi Qelt gelangten die Pilger nach Jerusalem. Sie folgten auch dort den Wegstationen Jesu und erlebten die heilige Stadt durch ein Quartier mitten in der Altstadt intensiv, so auch die Grabeskirche am ganz frühen Morgen, in der sie fast allein waren.

Besonderen Eindruck machten die Besuche bei dem Projekt „Tent of nations / Dahers Weinberg“, das ein Symbol der Hoffnung und des Friedens in die Hochspannung des besetzten Westjordanlandes bringt („Wir weigern uns, Feinde zu sein“). Die letzte Etappe der Pilgerreise war der Besuch des Friedensdorfes „Wahat al Salam/ Neve Shalom“ zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Hier leben Palästinenser und Israelis (Juden, Christen und Musilime) seit Ende der 1970er Jahre im Frieden gleichberechtigt und visionär zusammen. Von dieser „Oase des Friedens“ gehen Bildungsimpulse und starke spirituelle Signale aus: in dem pluralistic spiritiuel center wurden Formen des gemeinsamen Gebets (in der Stille) und des gemeinsamen Feierns aller religiösen Feste entwickelt.

Unser Gastautor ist Bernd Lohse, Hamburger Pilgerpastor

Bei Interesse ist Herr Lohse gerne bereit, über diese Reise und die beiden zuletzt besuchten Orte zu berichten.

Auslosung der Preise zu unserer Kundenumfrage

Jessica Wandura und Sahara Dahler

¡Buena suerte! – auf Deutsch „Viel Glück“ – wünschte unsere Auszubildende Sahara Dahler allen, die sich so zahlreich an unserer Kundenumfrage beteiligt hatten.

Wir wollten von Ihnen gerne wissen, wie Sie auf uns aufmerksam wurden, wie Sie sich über unsere Angebote informieren und was Sie sich konkret von uns wünschen.

Als Dankeschön für Ihre Teilnahme verlosten wir drei Reisegutscheine sowie fünf Reiseführer zu unserem Hauptreiseziel, dem Heiligen Land. Die Gewinner werden wir in den nächsten Tagen schriftlich benachrichtigen.

Ein dickes Lob auch an unsere Glücksfee, Sahara Dahler, die im letzten Herbst gemeinsam mit Jessica Wandura (die bei dieser Ziehung leider krank war) ihre Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen bei uns im Haus begonnen hat. Beide haben sich schon prima eingearbeitet und bereichern das Team von Biblische Reisen sehr.
Macht weiter so Ihr Beiden!

 

 

Ararat-Brandy & Religion

Kloster Sewanawank

Armenien ist das erste christliche Land der Welt. 94 Prozent der Armenier gehören offiziell der armenisch-apostolischen Kirche an. Religion und Sprache sind bis heute die beiden Eckpfeiler der armenischen Identität. Sie sind auch Bindeglied zu den Exilarmeniern. (Ein Reisebericht von Georg Baltissen)

In der dunklen Felskapelle von Geghard herrscht eine Akustik, wie man sie eher in einem gediegenen Konzertsaal erwarten würde. Ein Quartett aus zwei Männern und zwei Frauen bringt hier im Halbdunkel des steinernen Kapellenrunds armenische Volksweisen und liturgische Gesänge zu Gehör. Es herrscht eine aufmerksame Stille, als die melancholischen Töne von den Felswänden widerhallen. Der Raum klingt, als ob ein veritabler Chor Lieder präsentierte. Die nur vier Stimmen gehören zum Acapella-Vokal-Quintett aus Armenien.

In dem kargen Ambiente des christlichen Höhlenklosters in der Provinz Kotayk, 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Eriwan, korrespondieren die Lieder auf eigentümliche Weise mit den jahrhundertealten sakralen Bauwerken. Geghard bedeutet in der Übersetzung aus dem Armenischen „Kloster zur Heiligen Lanze“. Der Überlieferung nach soll der Apostel Thaddäus die Lanze, mit der Jesus am Kreuze in die Seite gestochen wurde, nach Armenien gebracht haben.

Schon im 4. Jahrhundert wurde an dieser Stelle am oberen Zugang zum Azat-Tal ein Kloster errichtet, das während der islamischen Eroberung im 9. Jahrhundert zerstört und erst nach 1215 wieder aufgebaut wurde. Angeblich geht die Klostergründung auf den Patron der armenisch-apostolischen Kirche, den heiligen Gregor, zurück. Charakteristisch sind nicht nur die in den Fels gehauenen Kapellen und Kirchräume, sondern auch die Einsiedlerhöhlen, die in die zerklüfteten Felswände gehauen worden sind. Den Mönchen blieb nur ein Leben in Gebet und Armut.

Seit 301 ist das Christentum Staatsreligion: Armenien ist das erste christliche Land der Welt. Der Überlieferung nach ließ sich König Tiridates III. nach einer wundersamen Heilung durch den heiligen Gregor taufen und verordnete seinen Untertanen dasselbe Bekenntnis. Diese Religion behielt das Land trotz aller feindlichen Eroberungen bis zum heutigen Tage bei. 94 Prozent der Armenier gehören offiziell der armenisch-apostolischen Kirche an.

Ein hoher Geistlicher

Pater Shahyn Ananyan sagt, dass die Religion und die Sprache die beiden Eckpfeiler der armenischen Identität sind. Der zölibatär lebende Priester ist als „Proto-Archimandrid“ ein hoher Geistlicher im armenischen Klerus. Zuständig ist er für die Beziehungen der armenischen Kirche zu den anderen Kirchen und Religionen auf der ganzen Welt. „Die armenische Kirche hat erst die armenische Kultur, die Sprache, die Literatur und die Architektur geschaffen.“ Die Kirche und der Glaube sind auch das Bindeglied der Exilarmenier zu ihrem Land. „Alle Exilarmenier unterstehen der Jurisdiktion der armenischen Kirche“, sagt Vater Shahyn. Er residiert im „Vatikan“ der armenischen Kirche in der heiligen Stadt Etschmiadzin, wenige Kilometer westlich von Eriwan. Hier wird noch immer die „heilige Lanze“ aufbewahrt.

Pater Shahyn ist ein erfahrener Kirchendiplomat. „Wir brauchen Offenheit, wenn wir den Dialog mit den Kirchen aufrechterhalten wollen“, sagt er. Nur auf den Islam ist der Kirchenmann nicht so gut zu sprechen. „Der Islam ist eine politische Religion. Man kann nicht zwischen einem politischen und einem religiösen Islam unterscheiden. Der Koran begründet die islamische Identität.“ Im Verhältnis zu den anderen Religionen müsse der Islam ein paar Prinzipien neu überdenken. In seiner fundamentalistischen Version bedeute er eine sehr große Gefahr, warnt Pater Shahyn.

Der zweite Pfeiler der armenischen Identität neben dem christlichen Glauben und der Kirche ist die Sprache. Im Handschriftenmuseum Matenadaran, das erst Mitte der 50er Jahre fertiggestellt wurde, haben Sprache und Schrift einen imposanten Ort gefunden, der nicht zufällig über der Hauptstadt thront. Der Erfinder des armenischen Alphabets sitzt quasi zu Füßen dieses Gebäudes; an ihm kommt kein Besucher vorbei.

Im Jahre 405 erfand der in Van in Kleinasien geborene Mönch Masrop Maschtoz ein Alphabet mit 36 Buchstaben, das bis heute unverändert gültig ist. Lediglich in der Zeit als sozialistische Teilrepublik der Sowjetunion kamen drei Sonderzeichen hinzu. Die Buchstaben dienten auch als numerische Werte und bildeten das Dezimalsystem ab.

Mariam Arusyak präsentiert einige Exponate der rund 17.000 Handschriften, die in den Glasvitrinen des Museums ausgestellt sind. „Hier sind Handschriften aufbewahrt, die Übersetzungen aus dem Persischen, Türkischen oder Russischen sind, die in diesen Ländern gar nicht mehr existieren. Viele Werke haben Armenier auch während des Genozids gerettet, oft in zwei Hälften geteilt, um sie tragen und vor der Vernichtung retten zu können“, erklärt Arusyak in perfektem Deutsch.

Aufbewahrt sind im Handschriftenmuseum auch die Rezepturen vieler Arzneien und die Beschreibungen von Heilpflanzen und ihrer Wirkung. „Dieses Wissen wurde auch in Armenien sehr gezielt eingesetzt“, sagt Arusyak augenzwinkernd.

Monumentale Gedenkstätte

Unauslöschbar eingebrannt in die armenische Identität ist natürlich der Völkermord vor 100 Jahren. Im Jahre 1915 wurden in der Türkei unter osmanischer Herrschaft 1,5 Millionen Armenier umgebracht. Eine monumentale Gedenkstätte mit Obelisk und ewiger Flamme, erbaut zum 50. Jahrestag noch mit sowjetischer Erlaubnis, hoch über der Hauptstadt Eriwan erinnert an diese Tragödie. Im Wald der Erinnerungen auf der „Schwalbenfestung“ haben viele ausländische Honoratioren ihre Empathie bekundet, zuletzt der (frühere) französische Präsident François Hollande.

Nur einen „deutschen Wald“ sucht man hier vergeblich. Zwar hat auch der letzte DDR-Außenminister, Markus Meckel, beim Besuch im Jahre 2000 ein Bäumchen pflanzen lassen. Doch das ist wieder eingegangen, wie uns glaubhaft versichert wird. Und auch Frank-Walter Steinmeier als Außenminister und Cem Özdemir als Grünen-Politiker waren hier, haben aber auf jede Anpflanzung aus politischer Rücksichtnahme auf die Türkei verzichtet. Im Museum der Gedenkstätte muss man dann zur Kenntnis nehmen, wie sehr das Deutsche Kaiserreich in den Völkermord verwickelt war.

Auf ein überaus positives Deutschlandbild trifft man dagegen in einer Berufsschule in Eriwan. Hier können die SchülerInnen ein anerkanntes Sprachdiplom erwerben. Erste Fremdsprache ist natürlich Englisch, aber dann folgt schon Deutsch. Zwei Schülerinnen sind gerade erst von einem Aufenthalt in Deutschland zurückgekehrt, eine davon ist die 18-jährige Irma. „Ich war in Magdeburg und habe auch ein dreiwöchiges Praktikum in Berlin gemacht“, erzählt Irma. Gefördert wurde der dreimonatige Aufenthalt von der GIZ. Irma möchte später einmal im Tourismus arbeiten. Gegenwärtig lernen 820 junge Menschen im Alter von 16 bis 19 Jahren, zu zwei Drittel Mädchen, an dieser Berufsschule, die sich das deutsche duale Ausbildungssystem zum Vorbild genommen hat.

„45 Prozent der Absolventinnen finden einen Job nach der Ausbildung“, sagt Schuldirektor Sergey Sargsyan. 35 Prozent gingen weiter an die Universität. Die anderen würden halt in diesem Alter heiraten. Schon während der Ausbildung arbeiteten viele Schüler in Hotels oder gründeten gar eine eigene Firma, um den Markt zu testen. Julieta Mistarjan ist Deutschlehrerin an dieser Berufsschule. Sie hat schon als kleines Mädchen in einer Dorfschule Deutsch gelernt. In ihrer Klasse von rund 20 Schülerinnen und Schülern herrscht strenge Disziplin. Als die Lehrerin gemeinsam mit dem Direktor die Klasse betritt, stehen alle sofort auf. Getuschelt oder gelärmt wird nicht.

Weitaus lockerer geht es im United World College zu. Inmitten eines waldreichen Hochlandes in der Kleinstadt Dilijan in der Provinz Tavush im Nordosten Armeniens steht ein bestens ausgestattetes Internat mit Schwimmbad, Sporthalle und Fußballfeld, in dem sich eine ausgewählte Schar von 200 Jungen und Mädchen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus aller Herren Länder auf das internationale Abitur vorbereitet. Weltweit gibt es derzeit 17 dieser Colleges.

Die 17-jährige Lilith kommt aus Hamburg und ist seit drei Wochen in Dilijan. „Ich habe auf Facebook von dem College erfahren und mich beworben.“ Das Zusammenleben mit Schülern aus fast 72 Ländern sei toll. „Globale Politik, Geschichte und englische Literatur sind meine Lieblingsfächer“, sagt Lilith. Ihre Kollegin Kripa aus den USA ist schon seit einem Jahr im College. Sie ist begeistert vom Schülerrat. „Da dürfen wir echt mitbestimmen“, sagt Kripa. Über ein Stipendium werden erst einmal alle EliteschülerInnen gefördert. Wenn die Eltern vermögend sind, müssen diese die Schulkosten von rund 60.000 Euro im Jahr begleichen.

Die Ausbildungsbedingungen sind exzellent. Auf je fünf Schüler kommt eine Lehrkraft. Und die Lehrer sind so international wie die Schüler. „Meine Tante hat mich gedrängt, mich hierfür zu bewerben“, sagt die 18-jährige Adhiya aus Indien. „Sie war auch auf so einer Schule und hat gesagt, das sei die beste Zeit ihres Lebens gewesen.“ Für Armenien ist dieses College, das seit 2014 existiert, ein internationales Prestigeobjekt. Zu eher einschlägigem Prestige des Landes trägt dagegen ein geistiges Getränk bei, das in alle Welt exportiert wird, der armenische Cognac oder Brandy. Im stilvollen Präsentationsgebäude der Schnapsfirma können Besucher die ganze Woche über von morgens bis abends den Brandy in diversen Altersstufen von drei bis 30 Jahren probieren und kaufen. Einzelne Cognacfässchen tragen die Namen prominenter Besucher wie Lech Wałęsa oder weniger angenehmer Zeitgenossen wie dem weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko. Auch Winston Churchill soll sich regelmäßig ein Fässchen dieses Gesöffs haben kommen lassen. Fotos von Cognac schlürfenden Celebrities wie George Clooney oder Michel Platini zieren das Museum.

Vermarktet wird der Alkohol natürlich als Ararat-Brandy. Auch wenn der Berg nun einmal in der Türkei liegt, dreht sich alles in Armenien um den Ararat. Zu Füßen des Berges liegt die Provinz Ararat. Einen Vornamen Ararat gibt es auch. Und eine gleichnamige Zigarettenmarke. Und von Eriwan aus hat man bei klarem Wetter immer einen Blick auf den schneebedeckten Ararat.

Wissenswertes zu Armenien

Das Land

Armenien ist etwa so groß wie Brandenburg oder die Schweiz. Das Land liegt auf einer Durchschnittshöhe von 1.800 Metern und hat rund drei Millionen Einwohner, davon lebt gut ein Drittel in der Hauptstadt Eriwan. Rund sechs Millionen Armenier leben außerhalb des Landes.

Der Tourismus

2016 kamen rund 1,5 Millionen Besucher, zumeist Exilarmenier, danach Russen und Iraner. Armeniens Grenzen zur Türkei und Aserbaidschan sind wegen des Konflikts um Berg-Karabach geschlossen. Die Grenzen zu Georgien und Iran sind offen.

Politik

Nach eigenen Angaben ist das Land auf dem Weg zu einer parlamentarischen Demokratie. Allerdings beklagen westliche Diplomaten die fehlende Trennung von Justiz und Exekutive sowie eine kleptokratische Parteienherrschaft. Im Korruptionsindex 2016 von Transparency International liegt Armenien auf Platz 113 von 176 Staaten, gemeinsam mit Vietnam und Bolivien.

 

Georg Baltissen ist taz-Redakteur im Ausland und gelegentlich Chef vom Dienst. Er arbeitet seit 1995 bei der taz, für die er schon in den 80iger Jahren geschrieben hat. Derzeit ist er zuständig für die Europäische Union und Westeuropa. Vor seiner langjährigen Tätigkeit als Blattmacher und Titelredakteur war Georg Baltissen Korrespondent in Jerusalem. Noch heute arbeitet er deshalb als Reisebegleiter für die taz-Reisen in die Palästinensische Zivilgesellschaft.

 

Mandelblüte auf Zypern

Bezaubernde Mandelblüte

Aus dem kalten Winter startete ich am 12. Februar zur Einführungsreise ins frühlingshafte Zypern. Die Einführungsreisen dienen unseren Kunden zur Vorbereitung einer eigenen Gruppenreise und diese Chance nutzten 22 Mitreisende, die sich dieser Reise anschlossen. Vier Tage reisten wir durch den südlichen und zwei Tage durch den nördlichen Teil. Die Teilung Zyperns wurde mir auf diese Weise sehr bewusst. Für mich, die aus der einst geteilten Stadt Berlin kam, war das eine emotionale Erfahrung, die mich besonders in Nikosia bewegte.

Gemeinsam mit unserem versierten und jahrelang erfahrenen theologischen Reiseleiter Herrn Pfarrer Dr. Johannes Altmann, der seit einigen Jahren auf Zypern lebt, sowie den örtlichen Guides Annett und Nelin erfuhren wir – im wahrsten Sinne des Wortes – dieses eindrucksvolle Land. Wir hörten viel, so zum Beispiel über Paulus, Barnabas oder Johannes. Wir sahen Zeugnisse aus frühchristlicher Zeit und erfuhren Wissenswertes aus der byzantinischen Glaubenswelt in einigen orthodoxen Klöstern und Kirchen. Im Nordteil sahen wir Famagusta, Salamis und besuchten Kyrenia.

Neben den zahlreichen inhaltlichen Beiträgen durften wir uns aber auch an der wunderschönen Natur erfreuen. Für die Einheimischen noch viel zu früh, aber für uns genau richtig, erlebten wir die Mandelblüte. Eine Wohltat für unsere Augen und Seelen. Auch für das leibliche Wohl wurde bei zwei traditionellen Meze-Essen und einigen „spirituellen“ Gaben in Form von landestypischem Commandaria (Wein) oder Zivania (Tresterbrand) ausgiebig gesorgt. Den köstlichen Halloumi-Käse durften wir verkosten, nachdem wir zusahen, wie dieser hergestellt wird.

Unsere Partneragentur zeigte uns, wie willkommen wir mit unseren Gästen im Land sind. Mit großer Gastfreundschaft fühlten wir uns gut betreut und so bin ich mir sicher, dass alle Mitreisende das Land mit ihren eigenen Gruppen ein zweites Mal erleben werden.

Südafrika – Erlebnisreise 10. bis 20. September 2017

Südafrika - Blyde River Canyon

„Land am Kap der Guten Hoffnung“ – mit vielen Erwartungen ist die Gruppe um Adrian Koczy aus Bad Salzuflen nach Südafrika gereist und mit noch viel mehr Eindrücken wieder zurückgekommen. Daraus entstanden ist ein tolles Reisetagebuch, das große Lust macht, selbst einmal nach Südafrika zu reisen.

Und um eine Mitreisende zu zitieren:
„Es waren segensreiche Tage mit wunderbaren Menschen. Die Erfahrungen werden in uns weiterwirken und wir können dankbar sein für die Bewahrung in diesen 11 Tagen.Gemeinsam auf dem Weg des Lebens, „GOTT sei DANK.“

Machen Sie sich selbst ein Bild von dieser tollen Reise und stöbern Sie im Reisetagebuch „Südafrika – Erlebnisreise“. Klicken Sie einfach auf das Bild und schon tauchen Sie ein in das „Land am Kap der Guten Hoffnung“.

Reisetagebuch "Südafrika" mit Adrian Koczy

 

Stuttgart meets Panama

CMT Stuttgart 2018:

Panama ist in diesem Jahr nicht nur Partnerland der CMT in Stuttgart, sondern gleichzeitig auch Ausrichter des Weltjugendtages 2019.
Aus diesem Grund kam es bei der diesjährigen CMT zu einer ganz besonderen Begegnung:
Jose Domingo Ulloa Mendieta, Erzbischof von Panama-City und Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, feierten am Sonntag gemeinsam einen Jugendgottesdienst auf der Messe.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch die deutschsprachige Hymne „Nimm mein Ja“ vorgestellt, die den nächsten Weltjugendtag in Panama „begleiten“ wird.

Auch wir werden wieder einige Gruppen bei ihrer Reise nach Panama „begleiten“.

Möchten Sie auch gerne mit einer Gruppe den Weltjugendtag besuchen?
Dann freuen wir uns auf Ihren Anruf und erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Ihr Ansprechpartner:
Herr Dipl.-Theol. Thomas Maier,
Tel. 0711 61925-47
E-Mail an Herrn Maier

Persische Impressionen – Mit Biblischen Reisen im Iran

Isfahan

Lieber Farshad*,

meine Kinder sind, wie Du weißt, schon 18 Jahre alt. Wären sie Kleinkinder (Enkel habe ich leider noch nicht!), so würde ich über die Reise in den Iran Geschichten aus 1000 und einer Nacht erzählen. Jeden Abend eine neue Begebenheit aus Teheran, Schiraz, Yasd und Isfahan; Städte in denen wir jeweils übernachteten und uns umsahen.

Ich würde von den Gerüchen des Orients (Gott sei Dank habe ich Pistazien in Nougat eingelegt mitgenommen, sonst hätte es zu Hause grundsätzlich Ärger gegeben) in den engen, verwinkelten (manchmal auch sehr dunklen!) Bazaren erzählen, in denen sich an jeder Ecke neue Abenteuer ergeben und Abenteurer sich hätten einstellen könnten. Gerade in den dunkelsten Stellen halfen uns aber dienstbare Geister weiter, ohne uns in die Taschen zu greifen. Als Weltreisendem ist dies eine ungewohnte Erfahrung in islamischen Ländern und eine um so erfreulichere Konzentration auf die direkte Umgebung. Und die hat es in sich!

Wer sich an die in Deutschland gewöhnliche Größe eines „Kaufhofes“ orientieren will, der hat in einem orientalischen Bazar nichts verloren. Man betritt einen (alten) Bazar ebenerdig und merkt sehr schnell, daß es zu Verzweigungen kommt. Spätestens hier wirkt der Europäer etwas hilflos, da er nicht weiß, wohin ihn der Weg führen wird.

Das Schicksal spielt grausam mit ihm, wenn er plötzlich erfährt, daß auch noch Treppen nach oben und nach unten in unschierbare, nein, nicht Verließe, sondere weitere Ebenen führen, welche ebenfalls mit ungewöhnlichen Verkaufsständen auf sich aufmerksam machen wollen. Der Blick auf die Uhr zeigt, noch zwanzig Minuten. Aber die vor einem sich ausbreitende Welt ist geradezu unermeßlich.

Ich würde berichten von den wunderschönen, ins monumentale reichenden Moscheen und Mausoleen mit ihren großen sich nach außen öffnenden Iwanen, architektonisch im Innern durch die Mukarnas-Technik vollendet (Fließender Übergang von einem quadratischen Raum zur Rundung der Kuppel), den meist mosaikartig ausgeschmückten Decken und Wänden.

Kühlende Wasserspiele in Schatten spendenden Parkanlagen erleichterten den in Kultur getriebenen Reisenden bei der unerschöpflichen „Arbeit“, viele Momente im Bild festzuhalten.

Lieber Farshad, noch immer habe ich Deine Lesungen von den auch in Europa bekannten persischen Dichtern, die schon Goethe so gerne interpretierte, in den Ohren, in denen Du uns Zeitreisenden in persischer Sprache u.a. Saadi und Hafis näherbrachtest. Beim Besuch des Grabes von Letzterem durften wir eine regelrechte Wallfahrt vielfach junger Iraner(innen) erleben in einem belebten Park zu spätabendlicher Stunde, in dem uns an der einen oder anderen Stelle Verse von Hafis (auch musikalisch unterlegt) zu Gehör gebracht wurden.

Ich würde die frischen, zuckersüßen Datteln genauso erwähnen wie die auf Eis gelegten Melonen verschiedenster Provenienz, welche für die notwendige Energie sorgen, einem Neugierigen einen heißen, aber ereignisreichen Tag zu ermöglichen, ihn hiermit aber auch zu beenden.

In einem prosperierenden Land (nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen) seien zuletzt nicht die meist jungen Iraner und Iranerinnen vergessen, mit denen wir so viele freundschaftliche und intensive Gespräche führen durften. Hier ging es (für uns Europäer ungewöhnlich, aber wohlweißlich) nie um Politik, sondern um reine (jugendliche) Neugier, um das zu erahnen und zu erhoffen, was zur Zeit im eigenen Land noch nicht möglich ist.

Hier war immer wieder der Wunsch herauszuhören, daß es mit der Zeit zu Veränderungen kommen werde. Wie ein Land, welches vielfach unter Wassernot leidet, erhofft man sich, daß der „ewige Tropfen der Erneuerung und Wandlung“ zu Veränderungen führen wird. Inschallah, so der Herrgott es will!

Richard Weiskorn, Aachen

Gruppenverantwortlicher der Iran-Studienreise
mit dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen 

*Farshad war unser Guide während der gesamten Reise, welcher uns umsichtig und sehr kompetent den Iran näherbrachte.

PS: Ein Land grundsätzlich ohne Alkohol-Genuß! Auch in Shiraz keinen Wein! Ein Wagnis, eine Herausforderung für einen CVer? Ein Mitreisender meinte, daß die Welt, „nüchtern“ betrachtet, auch wunderschön sein kann!

Griechenland – Auf den Spuren des hl. Paulus

Meteora-Klöster

Die Einführungsreise nach Griechenland, die Anfang November stattgefunden hat, war „eigentlich“ eine ganz „normale“ Einführungsreise. Für die kleine Gruppe, die sich gemeinsam auf die Spuren des hl. Paulus gemacht hat, war es allerdings ein ganz besonderes Erlebnis. Auch unser „alter Hase“, unsere Kollegin Sylvia Bergmann, kam ganz begeistert und emotional berührt zurück von dieser Reise.

Lesen Sie im Folgenden die einzelnen Rückmeldungen der Teilnehmer:

Wie ich „Es“ fand
Krankenhauspfarrer Edgar Zoor

Krankenhauspfarrer Edgar Zoor

Hin und wieder geschieht es in meinem Leben, dass ich etwas finde, ohne überhaupt geahnt zu haben, dass ich es gesucht habe.

Solch eine Erfahrung wurde mir bei der Einführungsreise nach Griechenland auf den Spuren des hl. Paulus für Gruppenverantwortliche von „Biblische Reisen“ vom 3. bis 10.11.2017 geschenkt.

Wir waren nur eine kleine Gruppe: Insgesamt drei katholische Priester, Frau Sylvia Bergmann von „Biblische Reisen“, Frau Anita Sarousavidou von der griechischen Agentur „TravelTales“ , insgesamt drei Guides und unser Busfahrer Vassilis.

Um es zu bündeln: Es hätte nicht besser sein können: perfekte Organisation, unüberbietbare Gastfreundschaft, absolute Pünktlichkeit, höchstes Informationsniveau und endlose Geduld auf Seiten der Guides.

Die kleine Gruppe spürte nach wenigen Tagen in sich eine familiäre Atmosphäre, die sich bis zum Schluss immer mehr gefestigt hat.

All das hat dazu geführt, dass ich „Es“ gefunden habe.

„Es“ ist konkret:

  • Die beeindruckende Erfahrung des geistlichen Zusammenhangs aller religiösen und philosophischen Fragen durch die Jahrhunderte hindurch, die sich in unterschiedlicher Erscheinung bis heute einem jedem Menschen stellen.
  • Das sinnlich wahrnehmbare Erleben, dass in einer heidnischen Umwelt mit einem synkretistischen Polytheismus der schillernsten Couleur (überall Götterstatuen, Tempel, Altäre …) durch das authentische Auftreten des Paulus unser Glaube mehr als nur eine kleine Chance hatte. Warum dann nicht auch heute noch bei uns?
  • Die sichere Planung, in der eigenen Predigt zukünftig viel öfters von den Briefen des Paulus auszugehen, die bislang zwar in den von mir geleiteten Eucharistiefeiern vorgelesen aber eher selten in der Homilie verkündet wurden. Jetzt haben die Adressen der Briefe ein Gesicht bekommen und ich weiß, wie sich das Meer in Thessaloniki anhört und das Zentrum der Stadt Philippi aussah.

Insgesamt fühle ich mich durch die Einführungsreise mehr als ausreichend gut für die Reise vorbereitet, die ich im März 2018 mit mindestens 45 Teilnehmenden unternehmen werde.

Ich danke „Biblische Reisen“ ganz herzlich für diese Möglichkeit und möchte besonders Frau Sylvia Bergmann für ihre sachlich kompetente und menschlich berührende Begleitung danken.

So ist es mal wieder geschehen, dass ich etwas gefunden habe, ohne überhaupt geahnt zu haben, dass ich es gesucht habe.

Krankenhauspfarrer Edgar Zoor

Spuren des Glaubens, der Geschichte, der Mythologie und so vieles… eine Einführungsreise zu den wichtigen Stätten der Menschheit in Griechenland

Ehrlich muss ich eingestehen: Griechenland war bislang nicht gerade mein Favorit wenn es um Reiseplanungen gegangen ist, sei es privat oder auch dienstlich. Eher hatte ich bis jetzt andere Reiseziele bevorzugt. Vielleicht lag es auch an den bisherigen unzulänglichen Informationen, die aus den Medien herrühren und mit Zurückhaltung zu bewerten sind…

Nun habe ich nach der Einführungsreise von Biblische Reisen vom 03. bis 11. November 2017 ein ganz anderes Bild vermittelt bekommen, das mich aufhorchen und nachdenklich werden lässt. Menschen in einer einzigartigen herzlichen Gastfreundschaft, die mich berührt hat, eine gute Infrastruktur des gesellschaftlichen Lebens, ein ausgebautes Straßennetz, ein perfektes Besichtigungsprogramm der zahlreichen Museen und eines solides Angebot an Hotels, die zweifelsfrei mit anderen europäischen Unterkünften konkurrieren können.

Mir hat sich eine Geschichte gezeigt, die mich nunmehr einlädt, sich weiterhin mit ihr zu beschäftigen. Dazu gehört nicht nur das Spurenlesen von christlichen Glaubenszeugnissen, wie die eines Apostels Paulus oder anderer Glaubensboten/ innen sondern auch ein tiefsinniges Gespräch mit einer orthodoxen Schwester in einem Kloster oder ein interessanter Abend mit einer evangelischen Pfarrerin über ihre Tätigkeiten in der Seelsorge vor Ort. Denn schließlich verstehe ich jede Reise auch immer als ein Stück Verständigung oder Begegnung mit Menschen anderer Religionen und Kulturen.

Obgleich ich mich immer mit der sogenannten „Götterwelt“ in der griechischen Mythologie schwer getan habe, zu sie verstehen, zu ordnen und in die heutige Zeit zu übertragen, habe ich dank hervorragender Reiseleiter einen neuen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Ja, es ergeben sich bei genauer Betrachtung interessante Schnittstellen mit den christlichen Zeugnissen.

So bleibt am Ende der persönliche Wunsch: Mögen viele Reisende die Menschen in Griechenland und ihre Geschichte neu kennenlernen.

Schon jetzt freue ich mich sehr auf die Gruppenreise im Oktober 2018 und hoffe auf das eine oder andere Wiedersehen.

Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Sylvia Bergmann von Biblische Reisen, ihrem Team in Stuttgart und vor Ort den Mitarbeiter/ innen in Griechenland!

Pastor Klaus Koltermann

Erlebnisse und Eindrücke in Wort und Bild

Herr Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla hat die Reise in fünf Kurzfilmen zusammengefasst, die er auf Youtube veröffentlicht hat:

Griechenland 1 (14 Min 23)

Griechenland 2 (13 Min 32)

Griechenland 3 (14 Min 36)

Griechenland 4 (14 Min 48)

Griechenland 5 (14 Min 52)

Ganz entrückt

Sylvia Bermann auf der Akropolis

Unsere Kollegin Sylvia Bergmann auf der Akropolis

 

 

Malta, warum nicht Malta?

Valletta: Europas Kulturhauptstadt 2018

Israel? – waren wir schon drei Mal. Jordanien? Auch schon! Syrien, Türkei, Irland, Griechenland, Spanien, Italien, Zypern – alles schon abgeklappert. Ja, was bleibt da eigentlich noch? Ja, manchem und mancher hat die Suche nach neuen Zielen schon schlaflose Nächte bereitet. Da muss ja soviel irgendwie passen! Das Zielland soll interessant sein, nicht zu weit weg, soll auch ‘was Theologisches und ‘ne spannende Geschichte haben, Orte, um einen Gottesdienst feiern zu können, gut erreichbare archäologische Stätten mit sauberen Toiletten. Ja, regnen soll es möglichst nicht, zu heiß darf es natürlich auch nicht sein, gutes Essen und guter Wein, okay, wäre nicht zu verachten, ein schönes Hotel so richtig mittendrin, Gelegenheiten zu einem Spaziergang mit abschließendem leckeren Bierchen, wechselvolle Landschaften, die Verständigung muss halbwegs klappen und sicher muss das Land auch sein, und kosten soll es auch nicht viel. Ja – wohin?

Malta – warum nicht Malta?

Flugzeit von Frankfurt 2 Stunden 15. Keine langen Fahrten, gute Hotels, mehr als 330 Sonnentage pro Jahr. Verständigung – kein Problem, jeder kann Englisch, viele sprechen auch Deutsch. Und – noch besser: Paulus war dort. Paulus ist der Heilige der Insel, überall ist er präsent. Und über ihn gibt es doch so viel Wichtiges und geradezu Unglaubliches zu erzählen.

Zahlreiche Kulturen hinterließen ihre Spuren

Aber Malta hat nicht nur Paulus zu bieten, sondern eine spannende, oft auch geheimnisvolle Vermischung zahlreicher Kulturen. Phönizier, Punier, Römer,  Byzantiner, Araber, Fürstenhäuser aus fast ganz Europa, und schließlich die Engländer drückten der Insel ihren Stempel auf und hinterließen Spuren in Stein und Sprache. Und die unglaublich eindrucksvollen Tempelbauten von Hagar Qim und Mnajdra, Ggantija und Tarxien aus der Zeit der sog. Tempelepoche (ca. 4100 – 2500 v.Chr.) sind weltweit einmalig und gehören folgerichtig zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Doch das ist längst nicht alles! Die atemberaubende Geschichte des Ordens der Johanniter begleitet den Besucher nirgendwo in Europa so nah, so packend wie in Valletta. Johannitergeschichte auf Schritt und Tritt. Auch sichtbar in Mdina, der ehemaligen Hauptstadt, mit ihren engen Gassen, ihren wuchtigen Festungsmauern, barocken Kirchen und eleganten Palästen. Und so erläuft man sich im wahrsten Sinne des Wortes Stück um Stück der Ordensgeschichte, die ihre Kraft aus der widersprüchlichen Kombination von Heilen und Kämpfen holte. In der Ordenskathedrale, dem Johannes geweiht, spürt man auch etwas davon, dass die Johanniter – man glaubt es kaum – Mönche waren.

Der osmanischen Armee Widerstand geleistet

Was dieser Orden in der Zeit zwischen 1530 und 1798 auf dieser Insel hingekriegt hat, wird auch aus anderen Perspektiven gut sichtbar, z.B. vom Schiff. Die Hafenrundfahrt durch den größten Naturhafen des Mittelmeeres lässt den Besucher aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Jetzt wird verständlich, wieso das kleine Malta im Sommer 1565 der besten Armee der damaligen Welt, der osmanischen nämlich, erfolgreich Widerstand leisten konnte und sie am 8.9.1565 geschlagen nach Hause schickte. Und Suleiman der Prächtige verfluchte den Tag, an dem er die Johanniter von Rhodos hatte abziehen lassen. Dieser Sieg hatte gravierende Auswirkungen auf die europäische Geschichte. Die abwechsungsreiche Geschichte Maltas ist aber auch im Nationalmuseum in Valletta, im Wignacourt-Museum von Rabat oder in der Malta Experience-Multivisionsschau eindrücklich präsent.

Okay, Malta hat ohne Gozo eine Fläche von 246 km². Man kriegt schon mit, dass hier fast 1500 Menschen auf einem Quadratkilometer leben. Viel Beton und wegen des chronischen Wassermangels keine Wälder. Aber – dafür entschädigen zwei tolle Parkanlagen, die natürlich auch von den Johanniterfürsten angelegt wurden: Der botanische Garten von San Anton und Busketto Gardens. Blühende Blumen, schattenspendende Bäume, nur Grün und Schatten, echte Perlen. Zu den landschaftlichen Schönheiten gehören aber auch die schroff ins Meer abstürzenden, faszinierenden Felsformationen. Ob Blaue Grotte, Dingli-Felsen, Dwejra- oder Paulusbucht, da muss man hin und seine Augen weiden lassen.

Zu Malta gehören noch weitere Inseln, nämlich Comino, Cominetto, Fifla und – Gozo. Und nach Gozo muss man – unbedingt. Man glaubt es kaum, dass Gozo mit seinen gerade mal 67 km² so viel anderes bietet als das nur vier Kilometer entfernte Malta. Und ob Tempelanlagen, Johanniterbauten, barocke Kirchen oder gemütliche Cafes, Gozo ist richtig gut.

Sicher aufgehoben in Malta

Längst nicht alles kann hier aufgezählt werden, was Malta so schön macht. Zwei Aspekte sind mir aber doch sehr wichtig: Wir reden so oft von schlecht besuchten Gottesdiensten, verwaisten Kirchengebäuden, unbesetzten Pfarrstellen und Kirchenaustritten und denken, mit dem Christentum sei es bald vorbei. In Malta besuchen knapp 60% der Bevölkerung jeden Sonntag die Gottesdienste! Gozo hat ein eigenes Priesterseminar mit gegenwärtig 15 Priesteramtskandidaten. Priestermangel – Fehlanzeige. Malteser praktizieren ihren Glauben. Knapp 400 Gläubige kommen statistisch auf einen Priester. Kaum zu glauben, aber wahr. Und wahr ist auch, dass es kaum ein anderes Land weltweit gibt, in dem Sie so sicher aufgehoben sind wie in Malta. Also, wohin geht die nächste Reise? Na klar – nach Malta! Und noch was Gutes: die Getränke sind richtig billig!

Pfarrer Dr. Johannes Altmann
Reiseleiter