Malta, warum nicht Malta?

Valletta: Europas Kulturhauptstadt 2018

Israel? – waren wir schon drei Mal. Jordanien? Auch schon! Syrien, Türkei, Irland, Griechenland, Spanien, Italien, Zypern – alles schon abgeklappert. Ja, was bleibt da eigentlich noch? Ja, manchem und mancher hat die Suche nach neuen Zielen schon schlaflose Nächte bereitet. Da muss ja soviel irgendwie passen! Das Zielland soll interessant sein, nicht zu weit weg, soll auch ‘was Theologisches und ‘ne spannende Geschichte haben, Orte, um einen Gottesdienst feiern zu können, gut erreichbare archäologische Stätten mit sauberen Toiletten. Ja, regnen soll es möglichst nicht, zu heiß darf es natürlich auch nicht sein, gutes Essen und guter Wein, okay, wäre nicht zu verachten, ein schönes Hotel so richtig mittendrin, Gelegenheiten zu einem Spaziergang mit abschließendem leckeren Bierchen, wechselvolle Landschaften, die Verständigung muss halbwegs klappen und sicher muss das Land auch sein, und kosten soll es auch nicht viel. Ja – wohin?

Malta – warum nicht Malta?

Flugzeit von Frankfurt 2 Stunden 15. Keine langen Fahrten, gute Hotels, mehr als 330 Sonnentage pro Jahr. Verständigung – kein Problem, jeder kann Englisch, viele sprechen auch Deutsch. Und – noch besser: Paulus war dort. Paulus ist der Heilige der Insel, überall ist er präsent. Und über ihn gibt es doch so viel Wichtiges und geradezu Unglaubliches zu erzählen.

Zahlreiche Kulturen hinterließen ihre Spuren

Aber Malta hat nicht nur Paulus zu bieten, sondern eine spannende, oft auch geheimnisvolle Vermischung zahlreicher Kulturen. Phönizier, Punier, Römer,  Byzantiner, Araber, Fürstenhäuser aus fast ganz Europa, und schließlich die Engländer drückten der Insel ihren Stempel auf und hinterließen Spuren in Stein und Sprache. Und die unglaublich eindrucksvollen Tempelbauten von Hagar Qim und Mnajdra, Ggantija und Tarxien aus der Zeit der sog. Tempelepoche (ca. 4100 – 2500 v.Chr.) sind weltweit einmalig und gehören folgerichtig zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Doch das ist längst nicht alles! Die atemberaubende Geschichte des Ordens der Johanniter begleitet den Besucher nirgendwo in Europa so nah, so packend wie in Valletta. Johannitergeschichte auf Schritt und Tritt. Auch sichtbar in Mdina, der ehemaligen Hauptstadt, mit ihren engen Gassen, ihren wuchtigen Festungsmauern, barocken Kirchen und eleganten Palästen. Und so erläuft man sich im wahrsten Sinne des Wortes Stück um Stück der Ordensgeschichte, die ihre Kraft aus der widersprüchlichen Kombination von Heilen und Kämpfen holte. In der Ordenskathedrale, dem Johannes geweiht, spürt man auch etwas davon, dass die Johanniter – man glaubt es kaum – Mönche waren.

Der osmanischen Armee Widerstand geleistet

Was dieser Orden in der Zeit zwischen 1530 und 1798 auf dieser Insel hingekriegt hat, wird auch aus anderen Perspektiven gut sichtbar, z.B. vom Schiff. Die Hafenrundfahrt durch den größten Naturhafen des Mittelmeeres lässt den Besucher aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Jetzt wird verständlich, wieso das kleine Malta im Sommer 1565 der besten Armee der damaligen Welt, der osmanischen nämlich, erfolgreich Widerstand leisten konnte und sie am 8.9.1565 geschlagen nach Hause schickte. Und Suleiman der Prächtige verfluchte den Tag, an dem er die Johanniter von Rhodos hatte abziehen lassen. Dieser Sieg hatte gravierende Auswirkungen auf die europäische Geschichte. Die abwechsungsreiche Geschichte Maltas ist aber auch im Nationalmuseum in Valletta, im Wignacourt-Museum von Rabat oder in der Malta Experience-Multivisionsschau eindrücklich präsent.

Okay, Malta hat ohne Gozo eine Fläche von 246 km². Man kriegt schon mit, dass hier fast 1500 Menschen auf einem Quadratkilometer leben. Viel Beton und wegen des chronischen Wassermangels keine Wälder. Aber – dafür entschädigen zwei tolle Parkanlagen, die natürlich auch von den Johanniterfürsten angelegt wurden: Der botanische Garten von San Anton und Busketto Gardens. Blühende Blumen, schattenspendende Bäume, nur Grün und Schatten, echte Perlen. Zu den landschaftlichen Schönheiten gehören aber auch die schroff ins Meer abstürzenden, faszinierenden Felsformationen. Ob Blaue Grotte, Dingli-Felsen, Dwejra- oder Paulusbucht, da muss man hin und seine Augen weiden lassen.

Zu Malta gehören noch weitere Inseln, nämlich Comino, Cominetto, Fifla und – Gozo. Und nach Gozo muss man – unbedingt. Man glaubt es kaum, dass Gozo mit seinen gerade mal 67 km² so viel anderes bietet als das nur vier Kilometer entfernte Malta. Und ob Tempelanlagen, Johanniterbauten, barocke Kirchen oder gemütliche Cafes, Gozo ist richtig gut.

Sicher aufgehoben in Malta

Längst nicht alles kann hier aufgezählt werden, was Malta so schön macht. Zwei Aspekte sind mir aber doch sehr wichtig: Wir reden so oft von schlecht besuchten Gottesdiensten, verwaisten Kirchengebäuden, unbesetzten Pfarrstellen und Kirchenaustritten und denken, mit dem Christentum sei es bald vorbei. In Malta besuchen knapp 60% der Bevölkerung jeden Sonntag die Gottesdienste! Gozo hat ein eigenes Priesterseminar mit gegenwärtig 15 Priesteramtskandidaten. Priestermangel – Fehlanzeige. Malteser praktizieren ihren Glauben. Knapp 400 Gläubige kommen statistisch auf einen Priester. Kaum zu glauben, aber wahr. Und wahr ist auch, dass es kaum ein anderes Land weltweit gibt, in dem Sie so sicher aufgehoben sind wie in Malta. Also, wohin geht die nächste Reise? Na klar – nach Malta! Und noch was Gutes: die Getränke sind richtig billig!

Pfarrer Dr. Johannes Altmann
Reiseleiter

Reisestammtisch in Lutherstadt – Wittenberg am 4.10.2017

Reformationsjubiläum 2017

Unter dem saloppen Begriff „Reisestammtisch“ luden wir wieder einmal Interessierte und Stammkunden aus der Berliner und Brandenburger Region ein. Unsere Veranstaltungen unter dem genannten Titel sind seit über 20 Jahren feste Tradition. In allen Regionen Deutschlands nutzen wir interessante Ausstellungen, die wir mit unseren Gästen besuchen und uns anschließend für einen Austausch zusammenfinden.

95 Schätze - 95 MenschenSo fand dieses Treffen am vergangenen Mittwoch – passend zum Reformationsjubiläum – in Lutherstadt–Wittenberg statt. 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften wir zunächst im Augusteum begrüßen. Dort führte uns einer der vier Kuratoren durch die hochinteressante Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“. Dr. Dr. Hasselhorn – ein junger und engagierter Kenner Luthers – verstand es, uns in sehr kurzweiligen 90 Minuten, die Ausstellung näher zu bringen. Wir erfuhren viel Wissenswertes über den Reformator, aber auch über Querverbindungen zu „Schätzen und Menschen“, die uns Martin Luther neu kennenlernen ließen. Der eine oder andere wurde sicher dazu angeregt, diese Ausstellung noch einmal zu besuchen. Da sie bereits am 05.11.schließt, bleibt nicht mehr viel Zeit, aber wer die Chance hat, wird sie wohl nutzen.

Bei der anschließenden Zusammenkunft im Luther-Hotel erfuhren wir von unseren Gästen, welche Reisen sie mit Biblische Reisen bereits unternommen haben oder noch planen. Es ist immer wieder schön, treue und dankbare Kunden persönlich zu treffen und von ihren Reiseerlebnissen zu hören. Besonders freuten wir uns über die Teilnahme neuer Gruppenverantwortliche, die uns in Wittenberg zum ersten Mal kennenlernten und durch diese Begegnung und den Austausch angeregt wurden, über eine Reiseplanung mit ihren Gemeinden / in ihren Bereichen nachzudenken.

Thomas Maier, unser Theologischer Leiter, nahm die Ernennung Vallettas zur Europäischen Kulturhauptstadt 2018 zum Anlass, das Reiseland Malta vorzustellen und erläuterte, welche Möglichkeiten es gibt, mit Biblische Reisen eine Reise dorthin zu unternehmen. Etwas Zeit blieb dann auch noch für eine Präsentation des Reiselandes Irland. Einige unserer Gäste bekamen sofort Reiselust. Bei dem anschließenden Abendessen wurden angeregte Gespräche über Erfahrungen mit vergangenen Gemeindereisen und mögliche Reiseplanungen geführt.

Die nächsten Reisestammtische in diesem Jahr finden in Stuttgart und Nürnberg statt. Fürs nächste Jahr haben wir bereits Ideen für weitere Veranstaltungsorte. Gern laden wir Sie wieder ein und freuen uns schon jetzt auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen.

Dankbar sind für die anerkennenden Worte von Frau Pfarrerin Plehn-Martins und Herrn Pfarrer Martins, die am 4. Oktober dabei waren:

Lieber Herr Maier, liebe Frau Bock,

mein Mann und ich möchten uns bei Ihnen auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich für das gestrige Stammtisch-Treffen in Wittenberg bedanken.

Der Ausstellungsbesuch unter der Leitung des jungen Kurators Dr. Dr. Benjamin Hasselhorn war ein absolutes Highlight!

Das anschließende Beisammensein im Wechsel von BiR-Info, Abendesssen und lockerer Kommunikation war stimmig, schön und anregend.

Auf der Rückfahrt nach Berlin waren wir beide noch sehr erfüllt, auch von den intensiven Gesprächen, die sich im Restaurant von Bora zwanglos ergeben hatten.

Dem Ehepaar Leischner werde ich gleich anregende Infos zu Sizilien schicken, wo ich 2014 mit einer großen Gruppe war.

Ihr Reisestammtisch war eine niveauvolle und großzügige Veranstaltung, von der wir hoffen, dass sie mittelfristig auch für Biblische Reisen Früchte trägt.

Unter allen genannten Gesichtspunkten freuen wir uns sehr, dass wir Ihrer Einladung gefolgt sind und bedanken uns nochmal ganz herzlich!

 Ihre Katharina Plehn-Martins und Peter Martins

 

Stadt, Land, Fluss, … Luther!

Im Rahmen ihres Vikariats in der Ev. Landeskirche in Württemberg hat Katrin Sauer ein 8-wöchiges Praktikum bei uns absolviert.
Um den besonderen Charakter unserer Reisen selbst einmal kennenzlernen, begleitete sie die Studien-Kreuzfahrt „Auf den Spuren der Reformation“.
Die dabei gewonnenen Einblicke kann sie sicherlich gut in ihre Doktorarbeit einfließen lassen, die sie gerade im Themenbereich „Freizeit und Tourismus in der EKD“ verfasst.

„Auf den Spuren der Reformation“ von Berlin nach Dresden

Ankunft in Berlin: und dort gleich Luther! Denn als erstes steht für gut die Hälfte der Reisegruppe die Lutherausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt“ auf dem Programm. Überall finden sich hier Stimmen von Menschen, aus Schweden, Amerika, Tansania, Asien und anderen Ländern. Sie hatten Texte zu ihrem Glauben verfasst oder auf Video aufgenommen, begleitet von vielen Bildern, Gemälden und alten Kunstgegenständen. Beeindruckend finde ich dabei besonders eine Reihe von neueren Bildern eines koreanischen Künstlers, der die Lebensgeschichte Jesu in einer koreanischen Version gezeichnet hat. So wurde aus dem Jerusalemer ein asiatischer Tempel, aus den römischen Soldaten Japanern und aus Jesus ein gutaussehender Koreaner.

Anschließend beginnt die Reise auf der sehr bequemen MS Sans Souci. Wir werden durch den Kapitän und das Bordpersonal herzlich begrüßt, dass die ganze Zeit über immer sehr aufmerksam um unser Wohl besorgt war. So wurde besonders jedes Abendessen zu einem kulinarischen Genuss.

Als erste Etappe steuern wir dann Potsdam an. Dort haben wir Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein das Schloss Sanssouci und seine Gärten zu erkunden. Die vielen Seerosenteiche, bunt blühende Blumen, Springbrunnen und antike Figuren rahmen das Schloss und laden zum Flanieren ein. Wieder an Bord kann man dann abends bei einem Glas Wein entspannt den Tag ausklingen lassen.

Es ist eine schöne Gelegenheit, meine Reisegefährten und die Reiseleiter besser kennen zu lernen. Mit so einer angenehmen Gruppe war ich

selten unterwegs.

An Deck genießen wir den Sonnenuntergang, während wir ruhig die Havel entlangschippern und die Landschaft gemächlich an uns vorbei-ziehen lassen. Da wundert es nicht, dass das Schiff ganz zu Recht ebenfalls „Sans Souci“ heißt − oder ein Wolkenkreuz die Abendstimmung perfekt macht. Zum ersten Mal seit langem merke ich wieder, wie es sich anfühlt, die Seele einfach mal baumeln zu lassen…

Neben der Entspannung an Bord sind die folgenden Tage ein eindrucksvoller, immer wieder auch bewegender Gang durch die Geschichte. Die beiden Reiseleiter, Herr Heinrich und Frau Zenz, vermitteln uns dabei im Bus und unterwegs immer wieder viele interessante Information. Schnell wird spürbar, wie sehr sich die beiden selbst für die von uns besuchten Orte begeistern, wie z.B. für den Magdeburger Dom. Der lässt einen aber nicht nur auf den Spuren von Otto dem Großen und seiner Königin Editha wandeln. Die hellen, lichtdurchfluteten Räume vermitteln vielmehr – trotz aller anderen Besucherinnen und Besucher − voll und ganz die Ruhe des alten Gebetsortes.

In Wörlitz machten wir bei schönstem Sonnenschein eine Bootsfahrt durch die herrlichen Gartenanlagen. Schon Goethe schrieb über diesen Ort:

„Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend, wie wir durch die Seen, Kanäle und Wäldchen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen.“

Das Schloss erinnert mich an eine Romanverfilmung von Jane Austin. Wer romantisch veranlagt ist, und auch mal wie schon Goethe in diese englisch-antike gärtnerische Pracht eintauchen möchte, ist hier genau richtig! Doch der Tag hält noch mehr für uns bereit: es geht nach Wittenberg, und ich kann nur sagen: Wittenberg hat den Wow-Effekt! Die ganze Stadt scheint einen mit ihrer emsigen Betriebsamkeit noch einmal besonders herzlich im Reformationsjubiläum willkommen zu heißen! Überall Ausstellungen, Angebote und interessierte Besucher aus aller Welt.

Und trotzdem berühren einen die Orte die man sieht ganz persönlich. Im Garten von Melanchthon erfahre ich zu meiner Überraschung, wie sehr das bekannte Sprachengenie sich auch praktisch für die Naturwissenschaft interessierte. Lukas Cranach ist ebenfalls überall in seinen unvergleichlichen Gemälden präsent. Und im Lutherhaus sieht man förmlich noch Luther selbst an dem alten Tisch sitzen, umgeben von Familie, Freunden und Studenten, wie er eine passionierte Rede hält, während Katharina von Bora das Abendessen beaufsichtigt und zugleich aufmerksam zuhört.

Doch auch wenn die Schlosskirche in Wittenberg sehr beeindruckend ist, so war es doch nicht die erste evangelische Kirche, wie eine Fahrt nach Torgau verrät. Denn es ist die dortige Schlosskirche von Schloss Hartenfels, der diese Ehre gebührt.

Auch der dortige Wendelstein ist sehenswert. Überraschend ist für mich aber nicht nur, dass das Schloss immer noch einen Bärengraben pflegt, in dem echte Bären über den Schutz des Hauses wachen, sondern auch, dass die Werbung für das Lutherjahr manchmal mit einem Augenzwinkern verbunden ist.

 

Tragisch hingegen ist die Entdeckung, wie leidvoll das Leben von Katharina von Bora zu Ende ging: nach einem schweren Unfall und monatelangen Leid. Die Höhen und Tiefen im Leben dieser Frau bewegen mich sehr und ich weiß schon jetzt, mit wessen Biographie ich mich demnächst intensiver auseinandersetzen will.

In Meißen endet das bis dahin großartige Sommerwetter: es fängt zu regnen an. Doch dem Blick über die gut erhaltene geschichtsträchtige Stadt vom alten Meißener Dom aus tut diesem Anblick keinen Abbruch.

Nach diesem Tag fahren wir wieder zurück, allerdings ins Hotel. Denn inzwischen haben wir das Schiff verlassen müssen: die Elbe hat Niedrigwasser, die MS Sans Souci kann nicht bis nach Dresden fahren und wir sind – nach einem wunderbaren abschließenden Captains Dinner an Bord – in ein dortiges Hotel umgezogen.

Die Zimmer sind aber so großzügig eingerichtet und mit einem tollen Blick auf die Elbe ausgestattet, so dass es richtig Freude macht, hier wohnen zu dürfen. Das Haus liegt wunderbar zentral, gleich ums Eck von der Semperoper und den alten Meistern. Dorthin führt uns ein Stadtrundgang, der auch das Grüne Gewölbe und die Frauenkirche einschließt. Dort, wie auch schon an einigen anderen Orten, begrüßt uns vor der Kirche ein Lutherstandbild.

Bei den alten Meistern muss ich sagen: ich finde es immer wieder beeindruckend, welche Ausstrahlung die Bilder von Raffael oder Vermeer besitzen, wie diese Künstler es schaffen, durch Licht und Farbe ihre ganz eigene Sicht auf die Welt mit anderen zu teilen. Dies gelingt auch Musikern gut, wie der beschließende Abend in der Semperoper uns ganz deutlich zeigt: beim ersten Sinfoniekonzert der sächsischen Staatsorchesters, unter der Leitung von Christian Thielemann. Die Energie, die zwischen Dirigent, dem großartigen Violinisten Nikolai Znaider und dem Orchester fließt, lässt mich Gänsehaut kriegen. Bei einem Glas Champagner stoßen wir in der Pause nochmal auf die gemeinsame Zeit an – ein krönender Abschluss für eine wunderschöne Reise!

500-jähriges Reformationsjubiläum

Am 31. Oktober 2017 ist es nun soweit:

Die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther – der Überlieferung nach – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug, jährt sich zum 500. Mal.

Aber nicht nur das:

Der 31. Oktober 2017 ist gleichzeitig auch der Einsendeschluss für das Gewinnspiel, das die Deutsche Bibelgesellschaft anlässlich des Reformations-Jubiläums initiiert hat.

„Die Bibel. Das Buch. Mein Buch. Mein …?“

Vervollständigen Sie dieses Motto und nehmen Sie damit automatisch am Gewinnspiel teil, bei dem Sie auch eine tolle Kreuzfahrt von und mit uns gewinnen können!

Wir freuen uns – gemeinsam mit der Deutschen Bibelgesellschaft – auf Ihre Teilnahme!

„Die Wahrheit wird gelebt und nicht doziert“

Dieses berühmte Zitat aus Hermann Hesses „Glasperlenspiel“ ist charakteristisch für den Schriftsteller, der Zeit seines Lebens auf der Suche nach der eigenen, der wirklichen Identität war.

In seinen zahlreichen Werken setzt er sich mit Fragen der Politik gleichermaßen auseinander wie mit Fragen der Religion. Dabei bedient er sich in seinen Büchern immer wieder „weiser Menschen“, mit denen sich der Literaturwissenschaftler und „Hesse-Spezialist“ Dr. Johannes Heiner wieder unlängst in einer Lesung beschäftigt hat.

Der wahre Weise lächelt über sich selbst - Nürnberger Nachrichten 07.07.2017

Nürnberger Nachrichten 07.07.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zuhörer lauschten dabei gebannt seinen Ausführungen über die Weisheit, die „nicht mittelbar, sondern nur lebbar“ sei.

Zum „Nach- und Umdenken“ lädt auch die Literarische Studienreise „Auf den Spuren von Hermann Hesse“ vom 18.09. – 25.09.2017 ein, die Dr. Johannes Heiner begleitet und die den Lebensstationen des Schriftstellers in Deutschland und der Schweiz folgt.

Gemeindereise ins Baltikum 5.-12. Juni 2017

Blick auf Trakai
Völlig begeistert ist der Gemeindepädagoge Dirk Bock mit seiner Gruppe von einer Reise aus dem Baltikum zurückgekehrt. Er berichtet uns, was ihn bei dieser Tour so fasziniert hat.

 

„Pfingstmontag brachen wir – eine Gruppe von 32 Reisenden aus verschiedenen Regionen Brandenburgs – auf und erlebten eine Woche im Baltikum mit vielen Höhepunkten, eindrucksvollen Erlebnissen und Begegnungen, sodass wir nach acht Tagen durch drei so unterschiedliche Länder begeistert heimkehrten

Das Baltikum gleicht einem Museum unter freiem Himmel. Die schönen Naturlandschaften sind bäuerlich geprägt und jenseits der quirligen und schönen Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn findet man dort Ruhe. Inmitten der Hügellandschaften und entlang der Kurischen Nehrung, die uns atemberaubende Bilder bot, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt.

Gingen wir durch die Gassen der Städte, angefangen in Vilnius, dann durch Riga und zuletzt in Tallinn, fühlten wir uns manchmal ins Mittelalter versetzt, wäre da nicht der lebendige Mix aus Cafès, Restaurants und trendigen Geschäften.

Unsere hervorragende Reiseleiterin Sarune brachte uns nicht nur ihre eigene Heimat Litauen, sondern auch die wundervollen Regionen Lettlands und Estlands näher. Wir erfuhren so viel Interessantes über Land und Leute, die Sprache („VISKAS“ – littauischer Sammelbegriff für viele Bedeutungen, z.B.: „alles okay“; „es kann losgehen“, „ich habe keinen Hunger mehr „ und noch viel mehr), die Traditionen und Gegenwart. Die Freude am Singen und der Folklore praktizierte Sarune sogar selbst. Wir sangen so einige Lieder mit ihr und konnten bei landestypischen Speisen und Musik ausgelassen und fröhlich die Gastfreundschaft der lieben Menschen kennenlernen, die uns auf der Reise begegneten. Das Essen bei der Bauernfamilie in Sigulda war ein absoluter Höhepunkt. Angefangen von der liebevollen Gestaltung der Tafel in der gemütlichen Holzhütte über die Zubereitung der Speisen, die alle aus eigenem Anbau und eigener Produktion kamen. Der Riga – Balsam – ein Kräuterlikör – tat nach dieser üppigen und wohlschmeckenden Mahlzeit so gut. Martha, die 15-jährige Tochter der Bauernfamilie, umrahmte unser Mittagessen mit wunderschöner Musik auf dem traditionellen Instrument Korkle (Kniezitter) und erklärte uns so Einiges über die Herkunft und Inhalte der melancholischen Texte und das besondere Instrument.

Beeindruckt haben uns aber auch die Bootsfahrt entlang der „Litauischen Sahara“ auf dem Kurischen Haff, das Gespräch mit Pfarrer Markus Schoch in der Evangelischen Gemeinde Riga und die Teilnahme am deutschsprachigen Gottesdienst in Tallinn. Schon vorher war uns bekannt, dass dieser live im ZDF übertragen wurde und somit verfolgten einige Verwandte, Bekannte und Freunde diese Übertragung und wir wurden so in der eigenen Heimat beim andächtigen Singen und Beten gesehen.

Der Abschied von Sarune und dem faszinierenden Baltikum fiel uns sehr schwer, auch wenn wir so wundervoll in einem Restaurant am Rathausplatz in Tallinn mit estnischen Spezialitäten verwöhnt wurden. Fast bis Mitternacht saßen wir noch bei einem Glas Wein in den Gassen von Tallinn und schwelgten in den Erinnerungen der letzten Tage. So richtig dunkel wird es um diese Jahreszeit im hohen Norden nicht.

Es war – die Einführungsreisen eingeschlossen – meine 29. Reise mit Biblische Reisen und schon heute plane ich die nächste Tour. Von meinen Mitreisenden kamen einige Vorschläge und ich bin gespannt, welches Ziel wir uns aussuchen, wenn wir uns am 7. Oktober in Lindow treffen, um uns noch einmal gemeinsam an diese Reise zu erinnern. Malta, die Kykladen oder Schottland sind in der engeren Wahl. Egal wohin – Hauptsache mit Biblische Reisen, denn wieder einmal habe ich erfahren, wie toll es ist, von einem professionellen Reiseveranstalter betreut zu werden. Auf diesem Weg noch einmal Dank dafür! Besonders zu erwähnen sind die hervorragende Organisation bei Vorbereitung und Durchführung der Reise und die Auswahl der Hotels, die alle wunderbar waren. Dieses Lob gilt auch der Partneragentur im Land, die zum Gelingen dieser Reise maßgeblich beigetragen hat.“

Dirk Bock, Lindow

 

Evangelischer Kirchentag in Berlin und Wittenberg

Passend zum Motto des letzten Kirchentages in Berlin haben wir uns gezeigt und wurden gesehen! Drei erlebnisreiche Tage mit interessanten Gesprächen und netten Besuchern liegen hinter uns. Wir durften uns mit unserem Stand in den Messehallen unterm Funkturm auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentieren.

Unsere Vertriebsmitarbeiterin Daniela Bock, unser stellv. Geschäftsführer Dirk Abromeit und unser Theologischer Leiter Thomas Maier standen gemeinsam mit unserer israelischen Reiseleiterin Gaby Levy allen interessierten Gästen zur Verfügung. Frau Levy gab kompetent und aus erster Hand Auskünfte, wenn es um Fragen rund um die Reisen ins Heilige Land ging, besonders für unsere neu aufgelegte Reise mit den Wanderungen auf dem Abrahamsweg, die wir für geschlossene Gruppen, aber auch für Einzelreisende anbieten.

Mit Freude haben wir an diesem Kirchentag mitgewirkt. Schön, dass wir so viele Besucher begrüßen konnten, von denen uns auch zahlreich positive Rückmeldungen ihrer vergangenen Reisen mit Biblische Reisen gegeben wurden. So freuen wir uns schon heute auf den nächsten Kirchentag. Im nächsten Jahr beim Katholikentag in Münster sind wir gern dabei!

Slowenien – ein Reisetipp zwischen Alpen und Adria

Es gibt immer wieder Reiseziele, die es sich neu zu entdecken lohnt. Slowenien ist solch ein zunächst unbekanntes Kleinod, das ich bei einer Kurzreise erleben durfte. Mein Fazit vorneweg: Ich war überrascht und begeistert – von den vielfältigen Landschaften, die sich von den Alpen über Mittelgebirge bis zur Adriaküste ziehen, einem im doppelten Wortsinn „grünen Land“ (viele Wälder, aber auch ein hoher Umweltstandard) und den freundlichen und von ihrem Land begeisterten Menschen. Tourismus hat in Slowenien eine lange Tradition, wird jedoch sanft weiterentwickelt, um Kultur und Natur zu erhalten. Außerdem sind die Entfernungen und damit Reisezeiten im Land kurz.

Auf dem Reiseprogramm standen einige touristischen Höhepunkte, die bei (fast) keiner Reise fehlen dürfen.

Zunächst ging es in die Ausläufer der Slowenischen Alpen nach Bled. Die Burg, die um 1011 erbaut wurde, thront hoch über dem Bleder See. Neben einer kleinen Ausstellung zur Geschichte wird mit einer Gutenberg-Presse der Buchdruck vorgeführt, und einige Schautafeln informieren über den slowenischen Reformator Primož Trubar . Die Hauptattraktion Bleds ist jedoch sicherlich die Bleder Insel mit der frühbarocken Wallfahrtskirche St. Maria. Ruderboote bringen die Pilger zu Insel, und fast ununterbrochen ist die Glocke der Kirche zu hören. Der Volksglaube sagt, dass jedem ein Wunsch in Erfüllung geht, der die Glocke Maria zu Ehren läutet.

Anschließend besuchten wir das mittelalterlich geprägte Städtchen Radovljica. Eine Besonderheit stellt hier das Imkerei-Museum dar. In Slowenien sind Bienenstöcke auch heute noch allgegenwärtig, Honig und Bienenwachs spielen eine wichtige Rolle. Die Wertschätzung für die Bienen zeigt sich auch in außergewöhnlichen, zum Teil kunstvollen Bienenhäusern. Eine Besonderheit sind sicherlich die bemalten Abschlussplatten der Bienenstöcke, die früher oftmals religiöse Motive hatten, später jedoch auch ironische Darstellungen z.B. von der Jagd zeigten. Eine Vielzahl solcher Bilder ist im Museum ausgestellt.

Weiter ging es zur Karsthöhle von Postojna (Adelsberger Grotte). Das Höhlensystem umfasst über 20 km und ist damit die weltweit zweitgrößte für Touristen erschlossene Tropfsteinhöhle. Bei einem regulären Besuch von 90 min erlebt man ca. 5 km der Höhle. Das erste Teilstück wird mit einer kleinen Bahn befahren. Schon hier sieht man Tropfsteine, die andernorts Hauptattraktionen wären. Bei einem bequemen Rundgang gelangt man in unterschiedliche Bereiche der Tropfsteinhöhle, die wirklich gewaltig ist. Wer mit einer sangesfreudigen Gruppe unterwegs ist, mag vielleicht sogar im „Konzertsaal“ die Akustik der Höhle testen. In unserem Fall spielte ein Saxophonspieler und erfüllte die natürlich entstandene Halle mit seiner Musik.

Am Folgetag ging es an die Adriaküste. Nur 42 Kilometer lang ist der Küstenabschnitt Sloweniens, schnell wäre man im italienischen Triest oder im kroatischen Istrien oder in Rijeka. Auf unserem Programm stand das malerische Küstenstädtchen Piran. Der venezianische Einfluss auf die Architektur ist unübersehbar. Wahrzeichen Pirans ist die burgartige Kirche Sv. Klementa. Überragt wird die Stadt von den Mauerresten alter Stadtbefestigungen und der Kathedrale St. Georg, dessen Kirchturm dem venezianischen Markusturm nachempfunden ist. Sehenswert ist auch das ehemalige Franziskanerkloster mit seinem vollständigen Kreuzgang. Stolz sind die Piraner zudem auf einen berühmten Sohn der Stadt, den Geiger und Komponisten Giuseppe Tartini (1692-1770) – seine Statue schmückt den nach ihm benannten Hauptplatz am Hafen.

Ljubljana ist Hauptstadt und Mittelpunkt Sloweniens, mit seinen knapp 300.000 Einwohnern zählt es zu den kleineren europäischen Hauptstädten. Die Innenstadt ist autofrei, barocke Architektur mischt sich mit Jugendstil und über allem thront die Burg, deren Burgberg vom Fluss Ljublanica umrahmt wird. Die Sehenswürdigkeiten liegen auf engstem Raum beisammen und lassen sich gut bei einem Stadtspaziergang erkunden. Es lohnt sich, etwas freie Zeit einzuplanen um durch die kleinen Geschäfte mit lokalen Produkten zu schlendern, einen Kaffee am Fluss zu genießen oder einem der Straßenkünstler zuzuschauen.

Ein Ausflug führte dann noch in die Region Kočevje im Süden. In den ausgedehnten Waldgebieten gibt es Bären, Wölfe und Luchse. Wanderwege führen z.T. zu wahren Urwäldern, und wer möchte, kann bei einem Waldspaziergang mit einer Biologin mehr über die Artenvielfalt und das Zusammenleben von Menschen und Bären erfahren. Teilweise finden sich in der Region noch Spuren der Gottscheer, einer deutschsprachigen Minderheit, die in diesem Gebiet über 600 Jahre lang siedelten. Fährt man von der Region Kočevje weiter nach Novo Mesto gelangt man in die Bela Krajina (Weißkrain). Hier öffnet sich die Landschaft, die sanften Hügel sind mit Weinbergen bepflanzt. Eine lokale Initiative hat einige der alten Weinbergshäuser restauriert, manche sind als Ferienwohnungen zu mieten, oder es werden Programme für Gruppen angeboten, bei denen regionale Spezialitäten und vor allem der Cviček im Mittelpunkt steht – ein lokaler Rotwein, der nur in dieser Region hergestellt wird.

Mit einem kurzen Flug (1.20 Std) ging es von Ljubljana zurück nach Frankfurt.

Warum also Slowenien als Gruppenreiseziel anbieten?

  • Für viele ist das kleine Land am Südost-Ende der Alpen noch immer unbekannt
  • Eine kurze Anreise sowie kurze Wege im Land ermöglichen Reisen mit keinem/wenigen Hotelwechseln
  • Kulturelle Schnittpunkte erleben: kombinieren Sie Slowenien mit dem italienischen Triest (oder sogar Venedig) und dem kroatischen Istrien. Oder entdecken Sie die Verbindungen zwischen Kärnten und Slowenien.
  • Slowenien steht im Mittelpunkt des Weltgebetstags der Frauen im März 2019. Eine Reise für Frauengruppen kann eine ideale Vorbereitung sein!

Kurztrip auf die Azoren

Auf Einladung einer Agentur auf den Azoren habe ich mich mit 3 Kolleginnen von anderen Reiseveranstaltern vom 06.04.-09.04.2017 auf eine Reise auf die Azoren eingelassen.

Am 06.04. fliegen wir ab Frankfurt direkt nach Ponta Delgada auf der Insel Sao Miguel. Hier ist auch unser Hotel für die Dauer unseres Aufenthaltes.

Am frühen Abend beginnt die Kurzreise mit einem Spaziergang durch die Stadt, Besichtigung der Kirche Sao José, vorbei an der Markthalle und an vielen kleinen Geschäften mit allerhand Spezialitäten wie Käse, Ananaslikör, Thunfisch und leckeren Broten. Wir sind uns einig, dass wir hier vor der Abreise nochmal herkommen müssen, um einzukaufen.

Das anschließende Essen in einem Restaurant direkt am Hafen ist ein Gedicht. Das Rindfleisch zart, der Fisch auf den Punkt gebraten mit einer Panade aus Sesam und Kräutern.

Am nächsten Morgen geht es zum Wale beobachten. Nach einer Einweisung, wie wir uns zu verhalten haben, fahren wir ca. 1 Stunde mit dem Boot auf das Meer hinaus. Und dann sehen wir tatsächlich Wale – was für riesige und schöne Tiere und wie elegant sie sich bewegen. Ich bin tief beeindruckt.

Nach unserer Rückkehr fahren wir nach einem üppigen Mittagessen die Küste entlang. Immer wieder bitten wir den Guide und Fahrer anzuhalten, damit wir Fotos machen können von den Seen und von der unglaublich schönen Landschaft.

Unser Ziel sind zwei ineinanderfließende Kraterseen, in einem ist das Wasser blau, Lagoa Azul, und im anderen ist das Wasser grün, Lagoa Verde. Um diese beiden Seen spinnen sich allerhand Märchen und Liebesgeschichten. Leider ist die Farbenpracht nicht so deutlich zu sehen, der Reiseleiter hat uns jedoch versichert, dass es so ist! Wir beenden den Tag mit dem Besuch einer Ananasplantage. Die Ananas von den Azoren benötigen 18 Monate um zu reifen, sie sind ein Genuss und wir haben sie jeden Tag gegessen und, natürlich, mit nach Hause genommen.

Am Samstag steht uns der Höhepunkt bevor. Wir fahren nach Furnas. Auch hier bitten wir den Fahrer immer wieder zu halten, damit wir Fotos machen können. An der Lagoa das Furnas ist unser erster Stopp mit einem Spaziergang um den See zu der Kapelle Nossa Senhora das Vitorias. Anschließend fahren wir weiter nach Furnas. Der Schwefelgeruch kündigt uns an, dass wir am Ziel sind. Die Caldeiras, also die Quellen, sprudeln aus der Erde. Wir können beobachten, wie Familien mit riesigen Töpfen einen Platz zugewiesen bekommen und die Töpfe in der heißen Erde eingraben. In ca. 6-7 Stunden wird das Essen fertig sein und das Familienfest geht mit Essen und Trinken direkt vor Ort weiter. Auch wir werden später das „Cozido das Furnas“ essen.

In der Zwischenzeit gehen wir in den unglaublich schönen Park Terra Nostra. Die Pflanzenpracht im Park ist kaum zu überbieten und man kann sich hier einen ganzen Tag aufhalten. Mitten im Park befindet sich ein Thermalbecken, in dem jeder Besucher gerne schwimmen darf. Das Wasser hat 38° und ist natürlich schwefelhaltig, wobei der Geruch nicht so intensiv ist, wie direkt an den Caldeiras. Unser Begleiter aus Deutschland sowie eine Mitreisende gehen schwimmen und schwärmen regelrecht, wie schön es ist.

Anschließend machen wir einen Spaziergang durch die Stadt und trinken von den verschiedenen Quellen, die überall sprudeln. Jedes Wasser schmeckt anders, einige sogar richtig gut.

Unser Reiseleiter erzählt uns von einem Mädchen, das mit 13 Jahren angefangen hat Käse herzustellen. In der Zwischenzeit ist sie 17 Jahre alt und ihr Käse ist so berühmt auf den Azoren, dass die Markthallen bei ihr Schlange stehen. Da sie alles selbst macht, kann sie oft gar nicht so viel liefern, wie gewünscht. Wir möchten unbedingt hingehen um zu sehen, ob es noch Käse gibt. Natürlich! Also kaufen wir unseren Käse hier bei dem kleinen Familienunternehmen.

Anschließend gehen wir ins Hotel Terra Nostra zum Mittagessen, es gibt „Cozido“. Der Geschmack ist wirklich ganz wunderbar, wenn man bedenkt, dass ja alles in einem Topf in der Erde ca. 6-7 Stunden gegart hat. Der Inhalt des Topfes ist für mich etwas schwieriger und ich erlaube mir, eine Auswahl aus den angebotenen Speisen zu treffen: Gemüse, Kartoffeln und Rindfleisch. Meine Mitreisenden haben diese Auswahl nicht getroffen und haben z.B. Schweineohren, Blutwurst und ähnliches auf ihrem Teller. Es war wohl richtig lecker.

Nach diesem ereignisreichen Tagen fahren wir müde und satt zurück nach Ponta Delgada und sind uns einig, dass wir das Gefühl haben, schon länger als zwei Tage hier zu sein.

Am nächsten Morgen geht unser Flieger um 07.30 Uhr zurück nach Frankfurt.

Wir alle kommen wieder, das steht fest! Zwei Tage sind wirklich viel zu kurz für Sao Miguel, man kann eine Woche schon gut verplanen.

„Segen auf See“

Dass man auf einem Kreuzfahrtschiff nicht nur auf andere Gäste und das Bordpersonal trifft, sondern auch Musikern, Tänzerinnen und Vortragsrednern begegnet, das weiß man.

 Aber eine Seelsorgerin?

 Damit rechnet man als „Nicht-Biblische-Reisen-Kunde“ nicht unbedingt.

Über die nicht alltägliche Tätigkeit einer „Bordseelsorgerin“ berichtet der Fernsehsender rbb in seinem Film „Segen auf See – eine Kreuzfahrt mit Pfarrerin“. Dafür wurde die Berliner Pfarrerin Katharina Plehn-Martins auf ihrer Fahrt mit der MS Albatros im Frühjahr 2015 mit der Kamera begleitet. Zwei Wochen lang war sie für Urlauber und Schiffscrew Ansprechpartnerin in allen Fragen seelischer Natur.

Ihre Erfahrungen hat sie in einem Buch festgehalten, das ebenfalls unter dem Titel „Segen auf See“ erschienen ist. Darin erzählt sie vom Leben und Reisen an Bord von Urlauberschiffen, sie nimmt ihre Leserinnen und Leser mit, lässt sie über die Schulter schauen ohne indiskret zu werden. Vom „Mehr auf dem Meer“ ist die Rede, von Gottesdiensten und Seelsorge, von Small-Talk, Tea-Time und Landgängen.

 „Leinen los“ heißt es für sie selbst wieder am 25.09.17, denn dann begleitet sie „unsere“ Flusskreuzfahrt „Die Donau – Königin der Ströme“. Die Reise von Passau nach Budapest und wieder zurück führt die Gäste zu mächtige Burgen und herrschaftliche Städten.