Armenien – Atemberaubende Natur trifft auf 3000 Jahre Kulturgeschichte Ein Bericht von Thilo Scheu

Klosterkirche am Sewan-See

Armenien – Atemberaubende Natur trifft auf 3000 Jahre Kulturgeschichte

Ein Bericht von Thilo Scheu

Armenien steht nicht gerade an vorderster Stelle der beliebtesten Reiseziele der Westeuropäer. Meist erntet man nur einen ungläubigen Gesichtsausdruck, wenn es heißt: Wir machen Urlaub in Armenien. Doch ist man erst einmal vor Ort und bereist das bergige Land im Kaukasus, erkennt man schnell, dass der erste christliche Staat der Welt und seine aufgeschlossenen Menschen auf jeden Fall eine Reise wert sind. Weiterlesen

Für uns Jerusalemer hat „Armenien“ einen vertrauten Klang

Kloster Khor Virap

Kloster Khor Virap

Vom 02. bis 11. April 2018  veranstaltete der Ehemaligen-e.V. der Jerusalemer eine Reise nach Armenien. Für uns Jerusalemer hat „Armenien“ einen vertrauten Klang: Denn unmittelbar neben der Jerusalemer Dormitio befindet sich das Armenische Patriarchat, zu dem von Seiten der Dormitio freundschaftliche Beziehungen bestehen und wo wir ein- und ausgingen.
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Auf den Spuren des heiligen Paulus in Griechenland

Auf den Spuren des hl. Paulus
Auf den Spuren des hl. Paulus

51 Pilgerinnen und Pilger in Griechenland: Auf den Spuren des hl. Paulus

„Damit hätte ich nicht gerechnet!“
Wann beginnt eine Reise? Wohl in dem Moment, in dem ich mich entschließe, sie zu machen.
Und wann endet eine Reise? Wohl nie! Denn nach der Rückkehr in die Heimat beginnt der lebenslange Prozess der dankbaren Erinnerung an unverwechselbare Lebensmomente, die einzigartig sind: Bilder, Begegnungen, inneres Berührt sein von Orten, Landschaften und Worten. Weiterlesen

„Groß und einzigartig“ – eine Reise ins Heilige Land

"Groß und einzigartig" - eine Reise ins Heilige Land
"Groß und einzigartig" - Erfahrungen im Heiligen Land mit Pilgerpastor Bernd Lohse

28 Pilgernde im Heiligen Land

Erstmalig hat das Pilgerzentrum im Norden St. Jacobi Hamburg eine Pilgerreise ins Heilige Land durchgeführt. Die täglichen Wanderungen in der Landschaft Galiläas und der Wüste Judäas bis nach Jerusalem folgten den Spuren Jesu. Unter der geistlichen Leitung von Bernd Lohse waren 28 Pilgernde für elf Tage im Heiligen Land unterwegs und die Erfahrungen, die sie machten, waren „groß und einzigartig“.

Von Nazareth ging die Gruppe, eingerahmt von Andachten und geistlichen Impulsen, Stillezeiten und Information zu den bemerkenswerten Orten, von Nazareth nach Zippori (Sephoris), Kana, Kibbuz Lavi, Taubental, Berg Arbel nach Kafar Nahum. Am See Genezareth hielt sich die Gruppe zwei Tage auf, bevor sie den Jordangraben entlang in die Wüste Juda reiste. Besuche an der Taufstelle Jesu, am Toten Meer und in En Gedi brachte die Pilgernden mit der Wachstums-und Werdelandschaft der Wüste in Kontakt. Über Wanderungen auf dem Zuckerweg und durch das Wadi Qelt gelangten die Pilger nach Jerusalem. Sie folgten auch dort den Wegstationen Jesu und erlebten die heilige Stadt durch ein Quartier mitten in der Altstadt intensiv, so auch die Grabeskirche am ganz frühen Morgen, in der sie fast allein waren.

Besonderen Eindruck machten die Besuche bei dem Projekt „Tent of nations / Dahers Weinberg“, das ein Symbol der Hoffnung und des Friedens in die Hochspannung des besetzten Westjordanlandes bringt („Wir weigern uns, Feinde zu sein“). Die letzte Etappe der Pilgerreise war der Besuch des Friedensdorfes „Wahat al Salam/ Neve Shalom“ zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Hier leben Palästinenser und Israelis (Juden, Christen und Musilime) seit Ende der 1970er Jahre im Frieden gleichberechtigt und visionär zusammen. Von dieser „Oase des Friedens“ gehen Bildungsimpulse und starke spirituelle Signale aus: in dem pluralistic spiritiuel center wurden Formen des gemeinsamen Gebets (in der Stille) und des gemeinsamen Feierns aller religiösen Feste entwickelt.

Unser Gastautor ist Bernd Lohse, Hamburger Pilgerpastor

Bei Interesse ist Herr Lohse gerne bereit, über diese Reise und die beiden zuletzt besuchten Orte zu berichten.

Auslosung der Preise zu unserer Kundenumfrage

Jessica Wandura und Sahara Dahler

¡Buena suerte! – auf Deutsch „Viel Glück“ – wünschte unsere Auszubildende Sahara Dahler allen, die sich so zahlreich an unserer Kundenumfrage beteiligt hatten.

Wir wollten von Ihnen gerne wissen, wie Sie auf uns aufmerksam wurden, wie Sie sich über unsere Angebote informieren und was Sie sich konkret von uns wünschen.

Als Dankeschön für Ihre Teilnahme verlosten wir drei Reisegutscheine sowie fünf Reiseführer zu unserem Hauptreiseziel, dem Heiligen Land. Die Gewinner werden wir in den nächsten Tagen schriftlich benachrichtigen.

Ein dickes Lob auch an unsere Glücksfee, Sahara Dahler, die im letzten Herbst gemeinsam mit Jessica Wandura (die bei dieser Ziehung leider krank war) ihre Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen bei uns im Haus begonnen hat. Beide haben sich schon prima eingearbeitet und bereichern das Team von Biblische Reisen sehr.
Macht weiter so Ihr Beiden!

 

 

Ararat-Brandy & Religion

Kloster Sewanawank

Armenien ist das erste christliche Land der Welt. 94 Prozent der Armenier gehören offiziell der armenisch-apostolischen Kirche an. Religion und Sprache sind bis heute die beiden Eckpfeiler der armenischen Identität. Sie sind auch Bindeglied zu den Exilarmeniern. (Ein Reisebericht von Georg Baltissen)

In der dunklen Felskapelle von Geghard herrscht eine Akustik, wie man sie eher in einem gediegenen Konzertsaal erwarten würde. Ein Quartett aus zwei Männern und zwei Frauen bringt hier im Halbdunkel des steinernen Kapellenrunds armenische Volksweisen und liturgische Gesänge zu Gehör. Es herrscht eine aufmerksame Stille, als die melancholischen Töne von den Felswänden widerhallen. Der Raum klingt, als ob ein veritabler Chor Lieder präsentierte. Die nur vier Stimmen gehören zum Acapella-Vokal-Quintett aus Armenien.

In dem kargen Ambiente des christlichen Höhlenklosters in der Provinz Kotayk, 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Eriwan, korrespondieren die Lieder auf eigentümliche Weise mit den jahrhundertealten sakralen Bauwerken. Geghard bedeutet in der Übersetzung aus dem Armenischen „Kloster zur Heiligen Lanze“. Der Überlieferung nach soll der Apostel Thaddäus die Lanze, mit der Jesus am Kreuze in die Seite gestochen wurde, nach Armenien gebracht haben.

Schon im 4. Jahrhundert wurde an dieser Stelle am oberen Zugang zum Azat-Tal ein Kloster errichtet, das während der islamischen Eroberung im 9. Jahrhundert zerstört und erst nach 1215 wieder aufgebaut wurde. Angeblich geht die Klostergründung auf den Patron der armenisch-apostolischen Kirche, den heiligen Gregor, zurück. Charakteristisch sind nicht nur die in den Fels gehauenen Kapellen und Kirchräume, sondern auch die Einsiedlerhöhlen, die in die zerklüfteten Felswände gehauen worden sind. Den Mönchen blieb nur ein Leben in Gebet und Armut.

Seit 301 ist das Christentum Staatsreligion: Armenien ist das erste christliche Land der Welt. Der Überlieferung nach ließ sich König Tiridates III. nach einer wundersamen Heilung durch den heiligen Gregor taufen und verordnete seinen Untertanen dasselbe Bekenntnis. Diese Religion behielt das Land trotz aller feindlichen Eroberungen bis zum heutigen Tage bei. 94 Prozent der Armenier gehören offiziell der armenisch-apostolischen Kirche an.

Ein hoher Geistlicher

Pater Shahyn Ananyan sagt, dass die Religion und die Sprache die beiden Eckpfeiler der armenischen Identität sind. Der zölibatär lebende Priester ist als „Proto-Archimandrid“ ein hoher Geistlicher im armenischen Klerus. Zuständig ist er für die Beziehungen der armenischen Kirche zu den anderen Kirchen und Religionen auf der ganzen Welt. „Die armenische Kirche hat erst die armenische Kultur, die Sprache, die Literatur und die Architektur geschaffen.“ Die Kirche und der Glaube sind auch das Bindeglied der Exilarmenier zu ihrem Land. „Alle Exilarmenier unterstehen der Jurisdiktion der armenischen Kirche“, sagt Vater Shahyn. Er residiert im „Vatikan“ der armenischen Kirche in der heiligen Stadt Etschmiadzin, wenige Kilometer westlich von Eriwan. Hier wird noch immer die „heilige Lanze“ aufbewahrt.

Pater Shahyn ist ein erfahrener Kirchendiplomat. „Wir brauchen Offenheit, wenn wir den Dialog mit den Kirchen aufrechterhalten wollen“, sagt er. Nur auf den Islam ist der Kirchenmann nicht so gut zu sprechen. „Der Islam ist eine politische Religion. Man kann nicht zwischen einem politischen und einem religiösen Islam unterscheiden. Der Koran begründet die islamische Identität.“ Im Verhältnis zu den anderen Religionen müsse der Islam ein paar Prinzipien neu überdenken. In seiner fundamentalistischen Version bedeute er eine sehr große Gefahr, warnt Pater Shahyn.

Der zweite Pfeiler der armenischen Identität neben dem christlichen Glauben und der Kirche ist die Sprache. Im Handschriftenmuseum Matenadaran, das erst Mitte der 50er Jahre fertiggestellt wurde, haben Sprache und Schrift einen imposanten Ort gefunden, der nicht zufällig über der Hauptstadt thront. Der Erfinder des armenischen Alphabets sitzt quasi zu Füßen dieses Gebäudes; an ihm kommt kein Besucher vorbei.

Im Jahre 405 erfand der in Van in Kleinasien geborene Mönch Masrop Maschtoz ein Alphabet mit 36 Buchstaben, das bis heute unverändert gültig ist. Lediglich in der Zeit als sozialistische Teilrepublik der Sowjetunion kamen drei Sonderzeichen hinzu. Die Buchstaben dienten auch als numerische Werte und bildeten das Dezimalsystem ab.

Mariam Arusyak präsentiert einige Exponate der rund 17.000 Handschriften, die in den Glasvitrinen des Museums ausgestellt sind. „Hier sind Handschriften aufbewahrt, die Übersetzungen aus dem Persischen, Türkischen oder Russischen sind, die in diesen Ländern gar nicht mehr existieren. Viele Werke haben Armenier auch während des Genozids gerettet, oft in zwei Hälften geteilt, um sie tragen und vor der Vernichtung retten zu können“, erklärt Arusyak in perfektem Deutsch.

Aufbewahrt sind im Handschriftenmuseum auch die Rezepturen vieler Arzneien und die Beschreibungen von Heilpflanzen und ihrer Wirkung. „Dieses Wissen wurde auch in Armenien sehr gezielt eingesetzt“, sagt Arusyak augenzwinkernd.

Monumentale Gedenkstätte

Unauslöschbar eingebrannt in die armenische Identität ist natürlich der Völkermord vor 100 Jahren. Im Jahre 1915 wurden in der Türkei unter osmanischer Herrschaft 1,5 Millionen Armenier umgebracht. Eine monumentale Gedenkstätte mit Obelisk und ewiger Flamme, erbaut zum 50. Jahrestag noch mit sowjetischer Erlaubnis, hoch über der Hauptstadt Eriwan erinnert an diese Tragödie. Im Wald der Erinnerungen auf der „Schwalbenfestung“ haben viele ausländische Honoratioren ihre Empathie bekundet, zuletzt der (frühere) französische Präsident François Hollande.

Nur einen „deutschen Wald“ sucht man hier vergeblich. Zwar hat auch der letzte DDR-Außenminister, Markus Meckel, beim Besuch im Jahre 2000 ein Bäumchen pflanzen lassen. Doch das ist wieder eingegangen, wie uns glaubhaft versichert wird. Und auch Frank-Walter Steinmeier als Außenminister und Cem Özdemir als Grünen-Politiker waren hier, haben aber auf jede Anpflanzung aus politischer Rücksichtnahme auf die Türkei verzichtet. Im Museum der Gedenkstätte muss man dann zur Kenntnis nehmen, wie sehr das Deutsche Kaiserreich in den Völkermord verwickelt war.

Auf ein überaus positives Deutschlandbild trifft man dagegen in einer Berufsschule in Eriwan. Hier können die SchülerInnen ein anerkanntes Sprachdiplom erwerben. Erste Fremdsprache ist natürlich Englisch, aber dann folgt schon Deutsch. Zwei Schülerinnen sind gerade erst von einem Aufenthalt in Deutschland zurückgekehrt, eine davon ist die 18-jährige Irma. „Ich war in Magdeburg und habe auch ein dreiwöchiges Praktikum in Berlin gemacht“, erzählt Irma. Gefördert wurde der dreimonatige Aufenthalt von der GIZ. Irma möchte später einmal im Tourismus arbeiten. Gegenwärtig lernen 820 junge Menschen im Alter von 16 bis 19 Jahren, zu zwei Drittel Mädchen, an dieser Berufsschule, die sich das deutsche duale Ausbildungssystem zum Vorbild genommen hat.

„45 Prozent der Absolventinnen finden einen Job nach der Ausbildung“, sagt Schuldirektor Sergey Sargsyan. 35 Prozent gingen weiter an die Universität. Die anderen würden halt in diesem Alter heiraten. Schon während der Ausbildung arbeiteten viele Schüler in Hotels oder gründeten gar eine eigene Firma, um den Markt zu testen. Julieta Mistarjan ist Deutschlehrerin an dieser Berufsschule. Sie hat schon als kleines Mädchen in einer Dorfschule Deutsch gelernt. In ihrer Klasse von rund 20 Schülerinnen und Schülern herrscht strenge Disziplin. Als die Lehrerin gemeinsam mit dem Direktor die Klasse betritt, stehen alle sofort auf. Getuschelt oder gelärmt wird nicht.

Weitaus lockerer geht es im United World College zu. Inmitten eines waldreichen Hochlandes in der Kleinstadt Dilijan in der Provinz Tavush im Nordosten Armeniens steht ein bestens ausgestattetes Internat mit Schwimmbad, Sporthalle und Fußballfeld, in dem sich eine ausgewählte Schar von 200 Jungen und Mädchen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus aller Herren Länder auf das internationale Abitur vorbereitet. Weltweit gibt es derzeit 17 dieser Colleges.

Die 17-jährige Lilith kommt aus Hamburg und ist seit drei Wochen in Dilijan. „Ich habe auf Facebook von dem College erfahren und mich beworben.“ Das Zusammenleben mit Schülern aus fast 72 Ländern sei toll. „Globale Politik, Geschichte und englische Literatur sind meine Lieblingsfächer“, sagt Lilith. Ihre Kollegin Kripa aus den USA ist schon seit einem Jahr im College. Sie ist begeistert vom Schülerrat. „Da dürfen wir echt mitbestimmen“, sagt Kripa. Über ein Stipendium werden erst einmal alle EliteschülerInnen gefördert. Wenn die Eltern vermögend sind, müssen diese die Schulkosten von rund 60.000 Euro im Jahr begleichen.

Die Ausbildungsbedingungen sind exzellent. Auf je fünf Schüler kommt eine Lehrkraft. Und die Lehrer sind so international wie die Schüler. „Meine Tante hat mich gedrängt, mich hierfür zu bewerben“, sagt die 18-jährige Adhiya aus Indien. „Sie war auch auf so einer Schule und hat gesagt, das sei die beste Zeit ihres Lebens gewesen.“ Für Armenien ist dieses College, das seit 2014 existiert, ein internationales Prestigeobjekt. Zu eher einschlägigem Prestige des Landes trägt dagegen ein geistiges Getränk bei, das in alle Welt exportiert wird, der armenische Cognac oder Brandy. Im stilvollen Präsentationsgebäude der Schnapsfirma können Besucher die ganze Woche über von morgens bis abends den Brandy in diversen Altersstufen von drei bis 30 Jahren probieren und kaufen. Einzelne Cognacfässchen tragen die Namen prominenter Besucher wie Lech Wałęsa oder weniger angenehmer Zeitgenossen wie dem weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko. Auch Winston Churchill soll sich regelmäßig ein Fässchen dieses Gesöffs haben kommen lassen. Fotos von Cognac schlürfenden Celebrities wie George Clooney oder Michel Platini zieren das Museum.

Vermarktet wird der Alkohol natürlich als Ararat-Brandy. Auch wenn der Berg nun einmal in der Türkei liegt, dreht sich alles in Armenien um den Ararat. Zu Füßen des Berges liegt die Provinz Ararat. Einen Vornamen Ararat gibt es auch. Und eine gleichnamige Zigarettenmarke. Und von Eriwan aus hat man bei klarem Wetter immer einen Blick auf den schneebedeckten Ararat.

Wissenswertes zu Armenien

Das Land

Armenien ist etwa so groß wie Brandenburg oder die Schweiz. Das Land liegt auf einer Durchschnittshöhe von 1.800 Metern und hat rund drei Millionen Einwohner, davon lebt gut ein Drittel in der Hauptstadt Eriwan. Rund sechs Millionen Armenier leben außerhalb des Landes.

Der Tourismus

2016 kamen rund 1,5 Millionen Besucher, zumeist Exilarmenier, danach Russen und Iraner. Armeniens Grenzen zur Türkei und Aserbaidschan sind wegen des Konflikts um Berg-Karabach geschlossen. Die Grenzen zu Georgien und Iran sind offen.

Politik

Nach eigenen Angaben ist das Land auf dem Weg zu einer parlamentarischen Demokratie. Allerdings beklagen westliche Diplomaten die fehlende Trennung von Justiz und Exekutive sowie eine kleptokratische Parteienherrschaft. Im Korruptionsindex 2016 von Transparency International liegt Armenien auf Platz 113 von 176 Staaten, gemeinsam mit Vietnam und Bolivien.

 

Georg Baltissen ist taz-Redakteur im Ausland und gelegentlich Chef vom Dienst. Er arbeitet seit 1995 bei der taz, für die er schon in den 80iger Jahren geschrieben hat. Derzeit ist er zuständig für die Europäische Union und Westeuropa. Vor seiner langjährigen Tätigkeit als Blattmacher und Titelredakteur war Georg Baltissen Korrespondent in Jerusalem. Noch heute arbeitet er deshalb als Reisebegleiter für die taz-Reisen in die Palästinensische Zivilgesellschaft.

 

Mandelblüte auf Zypern

Bezaubernde Mandelblüte

Aus dem kalten Winter startete ich am 12. Februar zur Einführungsreise ins frühlingshafte Zypern. Die Einführungsreisen dienen unseren Kunden zur Vorbereitung einer eigenen Gruppenreise und diese Chance nutzten 22 Mitreisende, die sich dieser Reise anschlossen. Vier Tage reisten wir durch den südlichen und zwei Tage durch den nördlichen Teil. Die Teilung Zyperns wurde mir auf diese Weise sehr bewusst. Für mich, die aus der einst geteilten Stadt Berlin kam, war das eine emotionale Erfahrung, die mich besonders in Nikosia bewegte.

Gemeinsam mit unserem versierten und jahrelang erfahrenen theologischen Reiseleiter Herrn Pfarrer Dr. Johannes Altmann, der seit einigen Jahren auf Zypern lebt, sowie den örtlichen Guides Annett und Nelin erfuhren wir – im wahrsten Sinne des Wortes – dieses eindrucksvolle Land. Wir hörten viel, so zum Beispiel über Paulus, Barnabas oder Johannes. Wir sahen Zeugnisse aus frühchristlicher Zeit und erfuhren Wissenswertes aus der byzantinischen Glaubenswelt in einigen orthodoxen Klöstern und Kirchen. Im Nordteil sahen wir Famagusta, Salamis und besuchten Kyrenia.

Neben den zahlreichen inhaltlichen Beiträgen durften wir uns aber auch an der wunderschönen Natur erfreuen. Für die Einheimischen noch viel zu früh, aber für uns genau richtig, erlebten wir die Mandelblüte. Eine Wohltat für unsere Augen und Seelen. Auch für das leibliche Wohl wurde bei zwei traditionellen Meze-Essen und einigen „spirituellen“ Gaben in Form von landestypischem Commandaria (Wein) oder Zivania (Tresterbrand) ausgiebig gesorgt. Den köstlichen Halloumi-Käse durften wir verkosten, nachdem wir zusahen, wie dieser hergestellt wird.

Unsere Partneragentur zeigte uns, wie willkommen wir mit unseren Gästen im Land sind. Mit großer Gastfreundschaft fühlten wir uns gut betreut und so bin ich mir sicher, dass alle Mitreisende das Land mit ihren eigenen Gruppen ein zweites Mal erleben werden.

Südafrika – Erlebnisreise 10. bis 20. September 2017

Südafrika - Blyde River Canyon

„Land am Kap der Guten Hoffnung“ – mit vielen Erwartungen ist die Gruppe um Adrian Koczy aus Bad Salzuflen nach Südafrika gereist und mit noch viel mehr Eindrücken wieder zurückgekommen. Daraus entstanden ist ein tolles Reisetagebuch, das große Lust macht, selbst einmal nach Südafrika zu reisen.

Und um eine Mitreisende zu zitieren:
„Es waren segensreiche Tage mit wunderbaren Menschen. Die Erfahrungen werden in uns weiterwirken und wir können dankbar sein für die Bewahrung in diesen 11 Tagen.Gemeinsam auf dem Weg des Lebens, „GOTT sei DANK.“

Machen Sie sich selbst ein Bild von dieser tollen Reise und stöbern Sie im Reisetagebuch „Südafrika – Erlebnisreise“. Klicken Sie einfach auf das Bild und schon tauchen Sie ein in das „Land am Kap der Guten Hoffnung“.

Reisetagebuch "Südafrika" mit Adrian Koczy

 

Stuttgart meets Panama

CMT Stuttgart 2018:

Panama ist in diesem Jahr nicht nur Partnerland der CMT in Stuttgart, sondern gleichzeitig auch Ausrichter des Weltjugendtages 2019.
Aus diesem Grund kam es bei der diesjährigen CMT zu einer ganz besonderen Begegnung:
Jose Domingo Ulloa Mendieta, Erzbischof von Panama-City und Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, feierten am Sonntag gemeinsam einen Jugendgottesdienst auf der Messe.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch die deutschsprachige Hymne „Nimm mein Ja“ vorgestellt, die den nächsten Weltjugendtag in Panama „begleiten“ wird.

Auch wir werden wieder einige Gruppen bei ihrer Reise nach Panama „begleiten“.

Möchten Sie auch gerne mit einer Gruppe den Weltjugendtag besuchen?
Dann freuen wir uns auf Ihren Anruf und erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Ihr Ansprechpartner:
Herr Dipl.-Theol. Thomas Maier,
Tel. 0711 61925-47
E-Mail an Herrn Maier

Persische Impressionen – Mit Biblischen Reisen im Iran

Isfahan

Lieber Farshad*,

meine Kinder sind, wie Du weißt, schon 18 Jahre alt. Wären sie Kleinkinder (Enkel habe ich leider noch nicht!), so würde ich über die Reise in den Iran Geschichten aus 1000 und einer Nacht erzählen. Jeden Abend eine neue Begebenheit aus Teheran, Schiraz, Yasd und Isfahan; Städte in denen wir jeweils übernachteten und uns umsahen.

Ich würde von den Gerüchen des Orients (Gott sei Dank habe ich Pistazien in Nougat eingelegt mitgenommen, sonst hätte es zu Hause grundsätzlich Ärger gegeben) in den engen, verwinkelten (manchmal auch sehr dunklen!) Bazaren erzählen, in denen sich an jeder Ecke neue Abenteuer ergeben und Abenteurer sich hätten einstellen könnten. Gerade in den dunkelsten Stellen halfen uns aber dienstbare Geister weiter, ohne uns in die Taschen zu greifen. Als Weltreisendem ist dies eine ungewohnte Erfahrung in islamischen Ländern und eine um so erfreulichere Konzentration auf die direkte Umgebung. Und die hat es in sich!

Wer sich an die in Deutschland gewöhnliche Größe eines „Kaufhofes“ orientieren will, der hat in einem orientalischen Bazar nichts verloren. Man betritt einen (alten) Bazar ebenerdig und merkt sehr schnell, daß es zu Verzweigungen kommt. Spätestens hier wirkt der Europäer etwas hilflos, da er nicht weiß, wohin ihn der Weg führen wird.

Das Schicksal spielt grausam mit ihm, wenn er plötzlich erfährt, daß auch noch Treppen nach oben und nach unten in unschierbare, nein, nicht Verließe, sondere weitere Ebenen führen, welche ebenfalls mit ungewöhnlichen Verkaufsständen auf sich aufmerksam machen wollen. Der Blick auf die Uhr zeigt, noch zwanzig Minuten. Aber die vor einem sich ausbreitende Welt ist geradezu unermeßlich.

Ich würde berichten von den wunderschönen, ins monumentale reichenden Moscheen und Mausoleen mit ihren großen sich nach außen öffnenden Iwanen, architektonisch im Innern durch die Mukarnas-Technik vollendet (Fließender Übergang von einem quadratischen Raum zur Rundung der Kuppel), den meist mosaikartig ausgeschmückten Decken und Wänden.

Kühlende Wasserspiele in Schatten spendenden Parkanlagen erleichterten den in Kultur getriebenen Reisenden bei der unerschöpflichen „Arbeit“, viele Momente im Bild festzuhalten.

Lieber Farshad, noch immer habe ich Deine Lesungen von den auch in Europa bekannten persischen Dichtern, die schon Goethe so gerne interpretierte, in den Ohren, in denen Du uns Zeitreisenden in persischer Sprache u.a. Saadi und Hafis näherbrachtest. Beim Besuch des Grabes von Letzterem durften wir eine regelrechte Wallfahrt vielfach junger Iraner(innen) erleben in einem belebten Park zu spätabendlicher Stunde, in dem uns an der einen oder anderen Stelle Verse von Hafis (auch musikalisch unterlegt) zu Gehör gebracht wurden.

Ich würde die frischen, zuckersüßen Datteln genauso erwähnen wie die auf Eis gelegten Melonen verschiedenster Provenienz, welche für die notwendige Energie sorgen, einem Neugierigen einen heißen, aber ereignisreichen Tag zu ermöglichen, ihn hiermit aber auch zu beenden.

In einem prosperierenden Land (nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen) seien zuletzt nicht die meist jungen Iraner und Iranerinnen vergessen, mit denen wir so viele freundschaftliche und intensive Gespräche führen durften. Hier ging es (für uns Europäer ungewöhnlich, aber wohlweißlich) nie um Politik, sondern um reine (jugendliche) Neugier, um das zu erahnen und zu erhoffen, was zur Zeit im eigenen Land noch nicht möglich ist.

Hier war immer wieder der Wunsch herauszuhören, daß es mit der Zeit zu Veränderungen kommen werde. Wie ein Land, welches vielfach unter Wassernot leidet, erhofft man sich, daß der „ewige Tropfen der Erneuerung und Wandlung“ zu Veränderungen führen wird. Inschallah, so der Herrgott es will!

Richard Weiskorn, Aachen

Gruppenverantwortlicher der Iran-Studienreise
mit dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen 

*Farshad war unser Guide während der gesamten Reise, welcher uns umsichtig und sehr kompetent den Iran näherbrachte.

PS: Ein Land grundsätzlich ohne Alkohol-Genuß! Auch in Shiraz keinen Wein! Ein Wagnis, eine Herausforderung für einen CVer? Ein Mitreisender meinte, daß die Welt, „nüchtern“ betrachtet, auch wunderschön sein kann!